China Reise 25/26. Mai 2010

Nachdem dieses Jahr gleich 3 Teereisen auf dem Programm bei mir stehen, bin ich jetzt bereits auf meiner
2.ten Teereise die mich nach China führt. Auf dieser China Reise dreht sich alles um den Bio Anbau und dessen Kontrolle.
Bin sehr gespannt was ich alles erleben und erfahren darf.



Mein Reisebericht über Japan folgt erst, da ich in Japan auf dem Lande nur in einfachen Hotels übernachtet habe und dort kein Internet zur verfügung stand.

Also letzte Woche für 6 Tage in Japan, anschließend 4 Tage wieder in München und dann am Dienstag 25.05.10 ging es dann erst nach Amsterdamm von da aus nach Peking wo wir um 9.OO Uhr früh angekommmen sind und dann um 12.00 Uhr 2,5 Std. weiter nach "Changsha City (Hauptstadt von Hunan) geflogen sind. Bis jetzt also 32 Std. bereits auf den Beinen, mit gerade mal 2 Std. Schlaf im Flugzeug.

Die Stadt Changsha mit ca. 6,3 Mio. Einwohnern ist eigentlich wie jede andere Großstadt in China, jede Menge Hochhäuser und an jeder Ecke wird gebaut, nur der Verkehr ist bedeutend Chaotischer.
Am Flughafen wurden wir bereits von Herrn Roy Zhong (Hunan Tea Co.,LTD.) erwartet um dann gleich ins Büro der Firma zu fahren, dass im Zentrum von Changsha liegt. Dort gab es dann die erste schlechte Nachricht:
Hier in Hunan ist im März als die ersten zarten flauschigen Triebe für den Weißen Silber Needle Tee (Yin Zhen) hervorkamen, ist die Temperatur so stark gefallen, dass fast alle Triebe erfroren sind und damit in diesem Jahr so gute kein Yin Zhen produziert werden kann. Der kleine Rest hat dann einen extrem hohen Preis.

Im Tea Tasting Room haben wir dann einige Tees probieren können.
Unser "Da Reng Feng" der mit der neunen Lieferung wieder zu seinem Ursprünglichen Charakter zurückgekehrt ist und wirklich eine Empfehlung von mir ist. Auch "Yuncui" ist von hier.

Am Abend ging es dann wie in China üblich zum Essen. Die Küche von "Hunan" ist bedeutend schärfer als in China üblich.

Jetzt bin ich endlich zurück im Hotel, in meinem Zimmer im 26. Stock von wo aus ich eine tolle Aussicht auf die Stadt habe.

Das Bett schreit schon nach mir. Morgen geht es dann in der Früh um 8:00 Uhr hinaus auf das Land zu den Teebauern. Bin schon sehr gespannt, zumal wir zum Abendessen bei einem Teebauer zuhause in den Bergen eingeladen sind. Hoffe Morgen dann wieder Internet Anschluß zu haben und weiter berichten zu können. China ist 6 Std. voraus.

Jetzt erstmal gute Nacht!

Ihr Werner Merten
TeaHouse

 

 
1927_0China Reise 27. Mai 2010

Um sechs Uhr aufstehen, frühstücken und dann ging es gleich los, 5 Std. mit dem Auto in die Berge nach "Yuanling" einer relativen Kleinstadt in deren Nähe auf einer Insel die Teefarm "Qingshan" liegt.
Wir sind in einem einfachen Hotel untergebracht.(Es soll das beste Hotel in der Stadt sein).
Es ging gleich los mit der Besichtigung der Teefabrik, hier aber haben wir nur leere Maschinen vorgefunden, da es die letzten Wochen ununterbrochen geregnet hat und somit keine Tee-Ernte möglich ist. Was für die Bauern ein richtiges Problem ist, denn kein Tee bedeutet auch kein Geld.
Wie auch auf der Fahrt, die Landschaft hat sich in ein graues nebeliges Kleid gehüllt, unterbrochen von leichten bis heftigen Regenschauern. Schade, aber so kenn ich China, meistens im Nebel ohne Sonnenschein aber trotzdem 20°-25° C, vielleicht wachsen deshalb die Teepflanzen so gerne hier.
Anschließend ging es zum Mittagessen, 25 Personen an einem riesigen runden Tisch. Nur wir fünf Langnasen und ansonsten Chinesen und darunter Politiker die Ihre Trinkfestigkeit unter Beweis stellen wollten.
Also immer wieder "Gambay" (die Gläser(kleine) werden mit Bier gefüllt, es wird sich zugeprostet und man trinkt auf einen Satz das Glas leer)
Gott sei Dank hat das Bier nicht viel Alkohol, aber genug für die Chinesen. Nach 2 Std. ging es dann auf einer sehr abenteuerliche alte Fähre die uns über den Fluß zu einer Teefarm gebracht hat, die in Umstellung auf Bio ist.
Zwischen den Teepflanzen wuchert das Unkraut, was erstmal sehr ungepflegt aussieht aber natürlich seinen Sinn hat, denn wo nicht gespritzt wird, kann sich das Unkraut ungehindert vermehren.

Zum Abendessen sind wir auf einen Berg zum Phönix-Brunnen gefahren. Dort steht in einem dichten Wald aber direkt oberhalb am Fluß gelegen, ein einfaches Holzhaus in dem man zwar unter einfachen Bedingungen aber dafür umso leckerer Essen kann.
Sie merken schon, Essen ist in China sehr wichtig, deshalb jeden Tag 2 Std. Mittag und 2 Std. Abendessen in größerer Gesellschaft, hierbei sind dann immer Mitarbeiter dabei, die einem bei einem "Gambay" (jeder einzeln) vorgestellt wird. Da fließt wieder einiges an Bier.
Und dann hat es mich am Abend doch noch erwischt, es ging in eine Karaoke Bar, das Vergnügen E hohen Alkohol Gehalt hat und somit für uns eigentlich kein Problem darstellt. (Für uns).
Aber keine Angst, der Tag war nicht nur von Biertrinken gefüllt, auch wenn es sich so liest.

Dazwischen gab es immer 2-3 Std. in einem art Versammlungsraum, in dem wir zusammen gesessen sind und unsere Fragen gestellt haben.
Alles in allem wieder ein sehr ereignisreicher Tag.


So jetzt ist es halb eins und mein Bett schreit wieder nach mir.

Werner Merten
TeaHouse

 

 
China Reise 28. Mai 2010

Am heutigen Tag hat sich alles um den Teeanbau gedreht.
Am Vormittag gings auf ein kleines Boot dass uns auf dem Fluß entlang gefahren, der hier aufgestaut wird und somit ein weit verzweigtes Flußbett oder besser ein Kilometerlanger Stausee mit lauter Fjörden ähnlich wie in Norwegen ist.
Fast eine Stunde also im kleinen Speet-Boot entlang der Inseln bis zur großen Halbinsel auf der die Plantage "Qingshan" liegt.
Hier in China spricht man von Teefarmen, und auf dieser Halbinsel, von der keine Straße hin oder wegführt und somit nur mit dem Boot erreichbar ist, leben 52 Farmerfamilien, die durch die Initiative von der Fa. Kloth & Könken (Teeimporteur) und mit der Unterstützung von der Teefirma Hunan eine Art Kooperative gebildet haben um einen sinnvollen und nachhaltigen Biologischen Teeanbau zu betreiben. Da die jungen Leute nicht mehr auf den Farmen wohnen und in der Stadt arbeiten möchten, haben ein paar ältere Bauern ihr Land an die Fa. Hunan verpachtet die darauf mit den anderen Bauern Bio-Tees produzieren.

Eine abgeschiedene Halbinsel ohne Autoverkehr ist hierfür natürlich ideal.
142 ha werden auf der ca. 3 x so großen Fläche für den Biologischen Teeanbau genutzt. Jeder Bauer hat ca. 0,5 - 4 ha die er selbst bewirtschaftet aber mit der Unterstützung von der Fa. Hunan, die dort auch eine gemeinsame Teefabrik errichtet hat.
Die Jahresproduktion liegt bei etwa 300 Tonnen.
Im Jahre 2002 wurde mit der Umstellung begonnen und seit 2005 wird ausschließlich nur noch Biologisch Tee und auch das Gemüse der Bauern angebaut, damit es eine sinnvolle Einheit ergiebt.
Es war ein langer Weg, denn die Bauern mussten erst mal lernen was Bioanbau bedeutet und wie er kontrolliert umgesetzt werden kann. Dazu gehört auch die Rindvieh Haltung zu erlernen, das bis dahin die Bauern keine Viehzucht betrieben haben, das Vieh aber wichtig für den natürlichen Dünger ist.

Jedes Jahr fährt nun ein Mitarbeiter von Kloth & Könken hierher und bringt eine Bonuszahlung mit um die Bauern zusätzlich zu unterstützen. Jeder bekommt für seine geleistete Arbeit und Teemenge noch einen zusätzlichen Geldbetrag aus Deutschland der durch den Teeverkauf mitfinanziert wird.
Wir haben inzwischen einige Tees von hier, fast alle Grünen und weissen Tees von Pure Tea und auch unser Yin Zhen Silver Needle sowie der Yin Zhen Jasmin stammen aus dieser Teefarm und werden durch den Verkauf mit unterstützt.
Da ist es natürlich eine besondere Ehre diesmal dabei gewesen zu sein.
Ich habe unzählige Fotos und natürlich auch meine Filme von der Teefarm gemacht und bin ganz begeistert was hier aufgebaut wurde und wie wild die Teepflanzen hier wachsen können und wie gesund sie sind.
Wir durften den Bauern auch beim Verarbeitungsprozeß über die Schultern schauen, denn welch Glück heute hat es nicht geregnet und somit konnte geerntet werden.

Die Bauern haben uns dann zu einem Mittagessen eingeladen, wo es hoch herging.
Reden über Reden, Danksagungen von beiden seiten und dann natürlich wieder "Gambay" die Trinksitte für Bier, ich weiß nicht mehr mit wieviel Leuten in heute "Gambay" getrunken habe, es waren einige.

Wir wurden hier so freundlich aufgenommen, es war einfacht toll, mal nicht mit den Managern der Firmen, sondern mit den einfachen Bäuerinnen und Bauern gemeinsam am Mittagstisch zu sitzten, wir hatten auch jede Menge Spaß.

Am späten Nachmittag mussten wir dann leider zurück, denn wir mussten ja erst noch 1 Std. mit dem Boot und dann wieder 4-5 Std. mit dem Auto zurück nach "Changsha". Das Abendessen viel deshalb auch klein aus, was mir ganz recht war nach den übbigen Gelagen der letzten Tage.

So und jetzt ins Bett, morgen gehts mit dem Flugzeug nach Heibei.

Ihr Werner Merten
TeaHouse

 

 
China Reise 29. Mai 2010

Der heutige Tag war ein reiner Reisetag um von einer Provinz in die andere zu kommen.
Nach dem Aufstehen war ein kurzes Shopping angesagt, bevor es dann zum Flughafen ging.
Wir haben heute die Provinz Hunan hinter uns gelassen und sind nach Hefei in die Provinz Anhui geflogen. Flugdauer ca. 1 Std..

Wir wurden am Flughafen von Herrn Li Jun, Deputy General Manager der Fa. Anhui Tea LTD begrüßt. Mit dem Auto ging es dann auch gleich 4 Std. Richtung Süden quer durch Anhui nach Huangshan was für die nächsten Tage unser Ausgangspunkt ist.

Huangshan liegt ca. 150 km südlich von Wuhu und hier sind die berühmten Gelben Berge.
72 Gipfeln gibt es an der Zahl in einem mehr als 150 km² großen Gebirge. Hier liegt auch die Bio-Plantage "Mingzhou", die wir Morgen besuchen. Am Abend waren wir noch zum Abendessen von Herrn Li Nianhua - Predident General Manager der Fa. Anhui Tea LTD eingeladen. Es war nur eine kleine Runde und deshalb gab es auch nur wenig Gambay.

 

Es ist schon wieder Mitternacht und Morgen heist es um 6:00 Uhr aufstehen, na dann eine gute Nacht.

 

Ihr Werner Merten
TeaHouse

 

 
1930_0China Reise 30. Mai 2010 Teil 1

Oh Mann, den heutigen Tag muss ich aufteilen.
Es ging um 6:00 Uhr los als mein Wecker geklingelt hat. Noch ganz verschlafen habe ich nach draußen gesehen und mir gedacht, es ist schon wieder so ein vernebelter Tag wie bisher. Fertigmachen, Frühstücken um um 8:00 Uhr Abfahrt.


Es ging dann ca. 1 Std. mit dem Auto in die Berge, auf die Plantage Mingzhou.
Auf einmal ist dann auch die Sonne rausgekommen und es wurde ein richtig heißer und sonniger Tag.

Als wir dort angekommen sind, wartete schon ein Bulk von Reportern, Fernsehen, Presse und was weiß ich noch alles für Leute. Jetzt weiß ich wie sich ein Politiker fühlt, wenn er einen Besuch in einem anderen Land macht. Als erstes war eine Begrüßungszeremonie, bei der wir bei einem Farmer am Tisch im freihen gesessen sind und gekochte Eier in Zuckerwasser bekommen haben. Um uns herum die Presse, man sitzte wie auf dem Präsentierteller und die Kameras und Fotoapparate waren auf einen gerichtet.

Hintergrund ist natürlich, daß Kloth und Könken auch hier ein Projekt am laufen hat, diesmal mit 200 Farmern, die im Bio-Anbau unterstützt und beraten werden.


Auch hier war unser Anlaß für den Besuch, die Jahresinspektion und Verteilung der Bonuszahlungen an die Farmer.
Nur in Anhui wird dies sehr Provessionell über die Medien vermarktet. Was natürlich gut ist, aber wenn man ein Betroffener ist, ist es eher unangenehm im Rampenlicht der Presse zu stehen.

 

 
1931_0China Reise 30. Mai 2010 Teil 2 (Fortsetzung 30.Mai 2010)

Nach der Begrüßung ging es dann mit einem Bambusfloß über den Fluß zu den Tee-Feldern.
Ein rießiger Troß von Menchen (Reporter und wir) setzte sich in Bewegung.
Man brauchte nur ein Teeblatt in die Hand nehmen, oder den Fotoapparat zücken und schon hatte man 5, 6 Reporter um sich die alles Fotografierten und Kameraleute vom Fernsehen die es filmten.

Es war extrem schwierig Fotos oder Filmaufnahmen zu machen, da die Reporter sofort zur Stelle waren und immer in das Bild gelaufen sind. Tja so ergeht es eben Politikern oder Filmstars, Gott sei Dank bin ich nur ein Teehändler und muß dieses nicht täglich über mich ergehen lassen.

Es sind mir aber trotzdem ein paar super Aufnahmen gelungen.
Die Plantage Mingzhou liegt an einem Fluß und fügt sich ganz malerisch in die Umgebung ein.
Ich konnte gar nicht genug bekommen von dem Eindruck dieser besonders reizvollen Tee-Plantage.

 

 
1932_0China Reise 30. Mai 2010 Teil 3

Fortsetzung 3o. Mai 2010
Im Anschluß daran ging es natürlich zum Mittagessen im großen Rahmen mit der Presse.
Nach dem Essen waren wir dann bei der ² Chinesich Deutschen Konferenz für Bio Anbau und Zusammenarbeit.
Eigentlich ein wichtiges Unterfangen für die Teilnehmer aber trotzdem ein großes Blah Blah von Danksagungen aller Teinehmer.

Auch Poliker waren am Tisch und hoben hervor wie wichtig die Zusammenarbeit ist und welche Vorteile die Farmer und vor allem auch der Antrieb für den Bio-Anbau in China ist.

Der Interessanteste Teil war aber dann am Abend das Essen mit 200 Farmern zu den die Deutsche Firma Kloth uKönken eingeladen hat. Herr Wolfgang Wilhelm, Vertreter der Origanisation wurde mit großem Beifall und Jubel von den Farmer empfangen und es war ein unvergeßlicher Abend mit jede Menge Bier und natürlich viel "Gambey" trinken.
Mann stelle sich vor 200 Farmer auf 17 Tischen verteilt und alle wollen mit den Ausländern 'Gambey' trinken.
Ich kann nicht sagen, wieviel Bier ich heute getrunken habe. Aber alles für die Völkerverstädigung.
Wir hatten einen riesen Spaß. Die Farmer hatten auch ein paar Show-Einlagen vorbereitet und ein paar Ansprachen waren selbstverständlich auch notwending.

Es war ein sehr ereignisreicher Tag heute, den ich nicht so schnell vergessen werde.

Inwzischen ist es schon wieder Mitternacht und ich bin heil froh wenn ich ins Bett komme.

Gute Nacht Werner Merten
TeaHouse

 
1933_0China Reise 31. Mai 2010

Heute war wieder 6:00 Uhr Aufstehen angesagt und um 8:00 Uhr wurden wir von Herrn Li abgeholt.
Das Wetter ist traumhaft, 28°C und volle Sonne, also ideal auch für uns in die Gelben Berge zu fahren um ein Naturwunder anzuschauen. Mount Huangshan (Gelber Berg) mit seinen 72 Gipfeln, der höchste davon ist der "Lianhua" (1860m).


Früher trug er den Namen schwarzer Berg aber in der gelben Dynastie (Gelber Kaiser) wurde aus im der gelbe Berg.
Berühmt ist er für seine 4 Naturwunder: steil abfallende Felsen, in seltsamsten Formen Kiefern, groteske Gesteuinsmassen und das Wolkenmeer. Er ist auch die Inspiration Chinesischer Maler (Wangshan-Malerei), diente und dient noch immer als Vorlage für die von uns als typisch Chinesische Bilder angesehen werden.
Mit der Seilbahn ging es dann hinauf in die als schon Phantastisch anmutende Gebirgslandschaft.
Meine Filmkamera surrte, mein Fotoapparat klickte und was wusste gar nicht wie man diese einmalige Landschaft aufnehmen sollte, damit auch der spätere Betrachter sich ein Bild davon machen kann.
Man steht direkt am Abgrund, nur geschützt durch ein Geländer und die Steinmassive fallen ganz steil nach unten ab.


Manche Steine schauen aus als wenn sie jemand genau da hingelegt hätte, eigentlich völlig unnatürlich.
Ein anderer Stein liegt so leicht auf einem Gipfel in Schräglage dass man meinen könnte ein kleiner Windhauch genügt und er rollt nach unten.
Wir haben einen Rundkurs um den Gipfel gemacht, der nur so von Stufen wimmelt und es kommen einem keuchende Menschen entgegen wenn die Stufen mal nach unten führen, oder man ist ganz außer Atem weil man 200 oder 300 Stufen gerade nach oben gegangen ist.
Natürlich hat diese Gegend auch etwas mit Tee zu tun. Der Tai Ping Hui Cui (Affenkönigtee) wird in diesem Gebiet produziert.
Wir haben ihn auch im Angebot und fasst schon wie das Gebirge hat auch der Tai Ping Hui Cui ein ganz eigenwilliges Aussehen.
Wie diese riesigen Felsblöcke so hat auch er riesige flachgepresste Blätter. Dieser Tee eignet sich auch hervorragend für das trinken vom Blatt und kann auch mit kochendem Wasser aufgegossen werden ohne dass er gleich Bitter wird.
Natürlich haben wir hier oben einen Tai Ping Hui Cui auch getrunken.
Eine schöne Geschichte erzählt, daß die Bauern kluge Affen eingesetzt hätten um die Teeblätter zu pflücken um Ihr eigenes Leben nicht in Gefahr zu bringen, da die Teebüsche sehr oft an gefährlichen Abhängen wachsen.
Eine schöne Geschichte !
Wir haben diesen Ausflug richtig genossen und auf der Fahrt natürlich viel über Tee gesprochen.

Heute Abend war noch ein Abendessen mit einem Politiker angesagt. Es war auch kurz und schmerzlos, nach 1 1/2 Std. war es schon vorbei. Dann komme ich heute mal viel früher ins Bett.

Morgen geht es dann in eine Oolongfabrik, Bin sehr gespannt wie sehr sich die Produktion von Taiwan unterscheidet.

Ihr Werner Merten
TeaHouse

 
1934_0China Reise 01.Juni 2010 1. Teil

Heute konnten wir etwas länger schlafen, war auch mal nötig, denn wir wurden erst um 9:30 Uhr abgeholt.
Als erstes stand etwas Kultur auf dem Programm, wir fuhren zur alten Stadt "Hongcun".
Die Stadt stammt aus der letzten Song Dynastie (960 - 1279) und wurde im Jahre 2000 von der UNESCO zum Weltkultur Erbe ernannt.
Es ist eine der letzten noch erhaltenen Histroischen Städte.

Im Süden (beim Eingang) ist ein See angelegt an dessen Ufer viele junge Maler sitzen und die verschiedensten Motive der Stadt malen.
Über 140 erhaltene Häuser auch aus der Ming (1402 - 1644) und Qing (1644 - 1911) Dynastie.

Wasser war damals sehr wertvoll und so wurde ein besonderes System entwickelt um immer genügend Wasser zu haben.
Die Architekten der damaligen Zeit haben in den Häusern ein Himmelsloch eingebaut und das Dach so konstruiert das dass Wasser in den kleinen Innenhof lief dort von einem im Boden eingelassenen Becken aufgefangen wurde und unterirdisch durch Kanäle in kleine Staubecken (Seen in der Stadt) floß. Wenn die Staubecken zu voll wurden, konnte es über weitere Kanäle auf die Felder fliesen. Genial was sich die damaligen Architekten schon ausgedacht haben.
In den engen Gassen gibt es natürlich viele kleine Händler, die unter anderem natürlich auch Tee an die Touristen verkaufen mit einer tollen Marketing Strategie:
Es liegen mehrere Sorten auf dem Tisch und natürlich auch der "Tai Ping Hui Cui". Die Verkäufer erzählen jeden Touristen, dass dieser Tee von Monkeys (Affen) gepflückt wurde, die Touristen glauben dies natürlich und denken jetzt haben Sie etwas ganz besonderes gefunden. Wenn es dann noch Deutsche Touristen sind, so kommen diese dann bei uns in den Laden und möchten unbedingt den von Affen gepflückten Tee kaufen, den in China wurde Ihnen gesagt so erzählt und die Chinesen müssen es ja wissen. Sie müssen natürlich auch verkaufen die Chinesen und was wirkt
da besser als so eine Geschichte......

Eine gute Marketingstrategie in China bei Dir leider bei uns sagen müssen, alles eine schöne Geschichte.
Jetzt habe ich es auch mal selbst erleben dürfen und weiß also wie die Kunden auf so etwas kommen.
Leider gibt es natürlich auch in Deutschland findige Verkäufer, die dies dann auch noch bestätigen, ohne jemals in China
gewesen zu sein und mit Sicherheit keinen Affen beim Pflücken der Teeblätter gesehen hat.
Trotzallem ist der "Tai Ping Hui Cui" ein wundervoller Tee der so eine Geschichte gar nicht nötig hätte.

..weiter bei Teil 2

 
China Reise 01.Juni 2010 2. Teil

Im Anschluß daran gab es natürlich wieder das rituelle Essen.
Danach fuhren wir zur "Tunxi Shiyan Farm".
Auf dem Weg dorthin machten wir noch Halt um guten Oolongtee bei einer Gung-Fu (Aufgießart für Oolongtee) Zeremonie zu trinken.

Die Oolongfarm wird von einem Taiwanesischen Teemeister geleitet, der das Land dafür von der Regierung gepachtet hat.
Es werden 3 verschiedene Teepflanzen für die Produktion verwendet, die der Teemeister im Koffer von Taiwan nach China gebracht hat.
Die Plantage sieht für einen Laien wie eine perfekte Bio-Plantage aus, kleine einzelne Felder, dazwischen viele Büsche und Sträucher so gar keine richtige Monokultur. Einziger Hacken, es wird nicht nachhaltiger Bio-Anbau betrieben, da nichts gegen die Bodenerusion gemacht wird und bei Regen der fruchtbare Boden weggeschwemmt wird.
Auch haben wir ein Reisfeld dazwischen gesehen, dass aber auf eine nachhaltigen Bio-Plantage nach dem Prinzip von der Initiative Kloth & Könken nicht sein soll, da beim Reisanbau viel Dünger ausgebracht wird und dieser sich dann im Tee wiederfinden kann. Also hier müsste noch einiges getan werden um die Nachhaltigkeit des Bio-Anbaus sicherzustellen.

Die Produktion ist identisch mit der die ich letztes Jahr auf meiner Taiwan-Reise erlebt habe.
Der gleiche Ablauf der Produktion mit den gleichen Maschinen, wenn auch nicht so hochwertige Tees am Ende rauskommen, liegt es am verwendeten Pflückgut, denn es wurden zu viele Blätter (nicht nur 2 sondern bis zu vier Blätter) für den Tee gepflückt.
Hier wird aber auch mehr auf Menge produziert als außergewöhnliche Qualitäten erzeugt.
Geerntet wird nur 4 mal im Jahr um den Pflanzen genügend Zeit zum wachsen zu geben.
Sicher gibt es auch Qualitätstees die hier gemacht werden, aber diese Menge ist dann so gering und teuer, dass Sie auf den heimischen China Markt verkauft wird. Für mich war es etwas besonderes mit der Vorkenntnis von meiner Taiwan-Reise zu sehen was hier gemacht wird.

Nach dem Abendessen fuhren wir dann noch in die Altstadt von Huangshan, dort habe ich auch ein schönes gemaltes Bild von dem gelben Berg (Yellow Mountain) gefunden, genau das richtige für unser Schaufenster.
Ich bringe natürlich auch Tee von dieser Reise mit, der wird dann im Schaufenster mit dem Bild vorgestellt.
Eigentlich habe ich auch nach Gaiwans (Chinesische Deckeltassen) gesucht, aber dafür bin ich in der falschen Provinz, hoffe ein paar in Peking zu finden.

Jetzt erstmal wieder ins Bett, muß noch packen denn morgen wird es ein langer Tag, Teeplantage und Abends dann noch der Flug nach Peking, da wir erst um Mitternacht in Peking ankommen, werde ich morgen leider keinen Bericht schreiben können, hole dass aber dann noch nach.

Ihr Werner Merten
TeaHouse

 

 
1937_0China Reise 02.Juni 2010

China Reise 02.Juni 2010
Morgens um 9:00 Uhr wurden wir wieder abgeholt, diesmal von Mitarbeitern der Tangli Farm.
Mit dem Auto ging es dann fast 2 Std. in das Hinterland, entlang an einem Fluß so richtig hinein in das alte China, hier wirkt alles noch sehr traditionell, auch sieht man auf der Straße noch Menschen mit dem bekannten Blaumann (Einheitskleidung unter Mao). Wir fahren an vielen Teefeldern vorbei und entdecken, dass dort viele großblättrige Pflanzen wuchern, am Straßenrand, mitten im Gemüsebette, ganze Felder davon sind bedeckt und auch zwischen den Teepflanzen sieht man teilweise nur noch diese großblättrigen Büsche.
Des Rätsels Lösung: Es sind Maulbeer-Pflanzen für die Zucht von Seidenraupen, die hier in diesem Gebiet zur Gewinnung  von Seide gezüchtet werden.
Wir haben sie dann auch entdeckt die Seidenraupen, in einem kleinen Haus waren tausende auf Bambustellern und diese werden dann mit den Maulbeerblättern gefüttert.

Die Fahrt führte uns nach "Xinanyuan" wo im Hinterland die Tangli Farm ihre Teefelder hat. Ca. 75.000 ha, davon im Moment ca. 1000 ha unter Bio Anbau.
Und die Teefelder für den Bio Anbau haben auf uns vorbildlich gewirkt. Hier wurden die Hänge in Terrassenform angelegt, dazwischen viele Bäume die vor Bodenerusion schützen und den Teebüschen Schatten spenden. Eigentlich ideal für den nachhaltigen Bio-Anbau. Die Farm ist aber noch nicht beim K & K Projekt dabei, da in der Fabrik die wir anschließend besichtigt haben, noch einiges zu ändern ist. Die Fabrik wirkte gegenüber den Teefeldern eher ungepflegt, da ist noch viel Arbeit von nöten um die Standards für K & K erfüllen zu können.
Die Teefarm produziert vor allem in großen Mengen Chun Mee und Gunpowder, weiter auch China Sencha für Aroma-Tees. hier wird auch deutlich, warum diese Tees erheblich billiger sind als andere Qualitätstees.  Für diese Tees werden nicht nur zwei Blätter und die Knospe gepflückt, sondern wie wir uns in der Fabrik überzeugen konnten, teilweise ganze Stränge mit 4,5,6, Blatt. Auch die Produktion dieser Tees ist bei weitem viel einfacher und schneller. Deshalb können sie auch so günstig auf dem Markt angeboten werden.

Am Abend hieß es dann Abschied nehmen unser Flug ging um 21:20 Uhr nach Beijing (Peking), wo wir nach 2 Std. Flugzeit dann auch erst gehen 1:00 im Hotel eintrafen.

 

Ihr Werner Merten
Tea House

 
China Reise 03.Juni 2010

Unser Tag in Peking.. Was macht man nur wenn man nur 1 Tag zur Verfügung hat?

Also als erstes mal in die Stadt, denn unser Hotel liegt außerhalb am Flughafen.
Mit dem Taxi (In Peking sehr günstig) rein in die Innenstadt, doch wo ist bei so einer riesigen Stadt das Zentrum ?
Wir machen was alle machen, erst mal zum Platz des Himmlischen Friedens und zur verbotenen Stadt.
Die Dimensionen der Straßen sind schon enorm denn unser Taxi bewegt sich im Zentrum auf 10 spurigen Straßen vorwärts und hastet durch den Verkehr. Die Sicht ist schlecht, reicht meist nur bis zum 3 oder 4 Hochhaus und davon gibt es viele in Beijing. Der erste Eindruck ist wie bei jeder großen Stadt in China, jede Menge Hochhäuser und große breite Straßen, aber mit 10 Spuren doch größer als die anderer Städte. Am Platz des Himmlischen Friedens angekommen ist man erst einmal sprachlos wie groß dieser Platz ist. Mit 500 x 800 m (40ha) gilt er als der größte innerstädtischer Platz der Erde. Und... jede Menge Menschen..


Wir sind dann noch durch die ersten beiden Tore der 'Verbotenen Stadt' gegangen, die gleich davor liegt, haben aber dann doch auf den Eintritt ins innere anhand der Menschenmassen verzichtet und lieber noch andere Sehenswürdigkeiten gesucht.
Ein muß ist natürlich ein Black-Market, auf dem die ganzen Rolex und Breitling Uhren für 20 Euro zu haben sind aber auch die ganzen Taschen und Kleidungsstücke von den großen Marken zu einem Spott-Preis angeboten wird.
Das muss man gesehen und erlebt haben. Auch Teegeschirr gibt es hier, aber leider wieder nicht meine großen "Gaiwans".
Wir suchten natürlich auch das alte Beijing und wurden auch fündig, die Nanluoguxiang Straße ist das Zentrum eines restaurierten alten Viertels, in dem viele Geschäfte, Kneipen, Cafes und Künstler vertreten sind.
Hier unter den schattigen Bäumen zwischen den Häusern, lässt es sich bei den hohen Temperaturen sehr angenehm die kleinen Gassen erforschen.
Doch die Zeit ist kurz der Abend naht und es geht zurück ins Hotel. Morgen Früh um 11:00 geht unser Flieger zurück nach Europa.

Eine schöne und vor allem Interessante Reise ist zu Ende.
Ich habe viel gesehen, viele neue Eindrücke gesammelt (trotzdem es schon die 5te China Reise ist).
Das wichtigste ist natürlich dass Wissen das hinzugewinnen konnte und so mein Tee-Puzzle wieder vorangebracht habe.

Es hat sich für mich wieder bestätigt, wie wichtig es ist, vor Ort in den Plantagen, auf den Farmen und in den Fabriken zu sehen und zu erleben was wirklich passiert. Denn wer sich auf Bücher verlässt ist auch leider meist verlassen.

Bis in 2 Wochen, dann geht es schon wieder nach Japan auf die nächste Teereise.

Ihr Werner Merten
TeaHouse

 

 
China Reise 03.Juni 2010

Unser Tag in Peking.. Was macht man nur wenn man nur 1 Tag zur Verfügung hat?

Also als erstes mal in die Stadt, denn unser Hotel liegt außerhalb am Flughafen.
Mit dem Taxi (In Peking sehr günstig) rein in die Innenstadt, doch wo ist bei so einer riesigen Stadt das Zentrum ?
Wir machen was alle machen, erst mal zum Platz des Himmlischen Friedens und zur verbotenen Stadt.
Die Dimensionen der Straßen sind schon enorm denn unser Taxi bewegt sich im Zentrum auf 10 spurigen Straßen vorwärts und hastet durch den Verkehr. Die Sicht ist schlecht, reicht meist nur bis zum 3 oder 4 Hochhaus und davon gibt es viele in Beijing. Der erste Eindruck ist wie bei jeder großen Stadt in China, jede Menge Hochhäuser und große breite Straßen, aber mit 10 Spuren doch größer als die anderer Städte. Am Platz des Himmlischen Friedens angekommen ist man erst einmal sprachlos wie groß dieser Platz ist. Mit 500 x 800 m (40ha) gilt er als der größte innerstädtischer Platz der Erde. Und... jede Menge Menschen..


Wir sind dann noch durch die ersten beiden Tore der 'Verbotenen Stadt' gegangen, die gleich davor liegt, haben aber dann doch auf den Eintritt ins innere anhand der Menschenmassen verzichtet und lieber noch andere Sehenswürdigkeiten gesucht.
Ein muß ist natürlich ein Black-Market, auf dem die ganzen Rolex und Breitling Uhren für 20 Euro zu haben sind aber auch die ganzen Taschen und Kleidungsstücke von den großen Marken zu einem Spott-Preis angeboten wird.
Das muss man gesehen und erlebt haben. Auch Teegeschirr gibt es hier, aber leider wieder nicht meine großen "Gaiwans".
Wir suchten natürlich auch das alte Beijing und wurden auch fündig, die Nanluoguxiang Straße ist das Zentrum eines restaurierten alten Viertels, in dem viele Geschäfte, Kneipen, Cafes und Künstler vertreten sind.
Hier unter den schattigen Bäumen zwischen den Häusern, lässt es sich bei den hohen Temperaturen sehr angenehm die kleinen Gassen erforschen.
Doch die Zeit ist kurz der Abend naht und es geht zurück ins Hotel. Morgen Früh um 11:00 geht unser Flieger zurück nach Europa.

Eine schöne und vor allem Interessante Reise ist zu Ende.
Ich habe viel gesehen, viele neue Eindrücke gesammelt (trotzdem es schon die 5te China Reise ist).
Das wichtigste ist natürlich dass Wissen das hinzugewinnen konnte und so mein Tee-Puzzle wieder vorangebracht habe.

Es hat sich für mich wieder bestätigt, wie wichtig es ist, vor Ort in den Plantagen, auf den Farmen und in den Fabriken zu sehen und zu erleben was wirklich passiert. Denn wer sich auf Bücher verlässt ist auch leider meist verlassen.

Bis in 2 Wochen, dann geht es schon wieder nach Japan auf die nächste Teereise.

Ihr Werner Merten
TeaHouse

 

 
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