Taiwan Reise - Samstag, 08.10.2011

Es ist kalt geworden in München. Heute, an diesem frühen Samstagmorgen regnet es, ja wir erleben  sogar noch die ersten Graupelschauer in diesem Herbst. Genau das richtige Wetter um nach Asien zu fliegen, genauer gesagt, um nach 'Taiwan' zu fliegen.
Es geht aber erst nachmittags los und so hoffe ich, dass es bis dahin dann wenigstens nicht mehr regnet, wenn ich mit meinem Koffer zur U-Bahn gehen muss.  Denn es ist ja nichts schrecklicher, als mit dem Regenschirm in der Hand, eine schwere Umhängetasche auf der Schulter und einem hinter sich herziehenden Koffer durch einen kalten Regenschauer in München laufen zu müssen. Aber der Himmel hatte ein Einsehen mit uns und so präsentierte er uns, genau zur richtigen Zeit, just in dem Augenblick als ich das Haus verlassen musste, ein Wolkenfenster mit freundlichen blauen Einblicken. Zuerst ging es raus zum Münchner Flughafen, von wo wir um 17:35 Uhr nach Amsterdam abgeflogen sind, dann weiter mit einem Jumbojet der KLM (Typ Boeing 747) nach Bangkok. Abflug um 20:45 Uhr. Ganze 15 Std. und 30 Min. Reisezeit, so steht es auf unserem Ausdruck geschrieben, werden wir für die Route von Amsterdam nach Taipei (Taiwan) unterwegs sein.  Im ersten Abschnitt der Reise werden wir 10,5 Std. bis nach Bangkok fliegen, in der Thailändischen Hauptstadt sind 1 Std. Aufenthalt eingeplant, anschließend werden wir weitere 3,5 Std. (reine Flugzeit) verbringen, bis wir in 'Taipei' landen werden.


(Bild: Mitreisende Damen TeaHouse Team Kundenservice: Frau 'Liane Regner' und Frau 'Margit Sedlmair').

 

Taiwan Reise - Samstag, 09.10.2011

Es war ein langer Flug bis nach 'Taiwan', wir konnten während des Fluges doch ein bisschen schlafen und somit waren wir dann den ganzen Sonntag über relativ munter unterwegs. Unter Berücksichtigung der + 6 Std. Zeitverschiebung kamen wir am Abend des Sonntags, um 19:30 Uhr in 'Taipei' (engl. Taipeh) der Millionenstadt am Fluss Danshui im nördlichen Teil von Taiwan an.

Im Hotel eingetroffen erfrischten wir uns kurz und sind dann gleich noch ein bisschen raus, rund um unser Hotel gelaufen, wobei wir feststellen mussten, dass dies in einem Viertel von Taipei liegt, wo nichts anderes zu finden ist, außer Wohn- und Geschäftshäuser. Es gibt weit und breit überhaupt nichts zum Erleben, doch unser Erkundungstrieb treibt uns aufmerksam weiter. Wir haben dann also doch noch ein 'Shabu Shabu Restaurant' gefunden und wir beschlossen einstimmig dort noch eine Kleinigkeit zu essen.

Englisch spricht hier niemand, bis auf einen einzigen Gast der uns bei der Bestellung und beim Lesen der Speisekarte (diese enthielt ausschließlich chinesische Schriftzeichen und einige Bilder) sehr behilflich war. Also waren wir quasi die einzigen Analphabeten vor Ort. Doch die Freundlichkeit der Menschen hier erstaunt einem immer wieder. Die Bedienungen haben uns dann immer vorgeführt, wie man mit den Speisen umgeht und wie man sie isst. Bei 'Shabu Shabu' hat man einen kochenden Topf mit leicht gesalzenen Reiswasser auf dem Tisch stehen und in diesen Topf gibt man alle Zutaten. Darin wird das Gemüse und auch das Fleisch gargekocht. Dazu wurden einige interessante Soßen und ganz selbstverständlich für Asien, auch frischer Reis serviert.
Welch herrlich, leicht bekömmliche Küche, ganz ohne Fett. Es war Superlecker!

So jetzt war der (oder waren die) Tage wirklich lange genug. Morgen treffen wir uns mit den anderen  Mitreisenden und mit Frau 'Meng Lin', die diese Reise für uns organisiert hat. Und schon ist es wieder 23:00 Uhr (Ortszeit), also ab ins Bett.

Ihr Werner Merten
und seine Mitreisenden Damen Liane Regner (links) und Margit Sedlmair (rechts)

 

Taiwan Reise - Montag, 10.10.2011

Es ist schon wieder 01:15 Uhr nachts, eigentlich schreiben wir also schon Dienstag. Ich bin eben  erst in meinem Hotelzimmer eingetroffen, trotzdem möchte ich den heutigen Tag gleich noch niederschreiben, auch wenn es schon so spät geworden ist.

In der Frühe war gemütliches Relaxen angesagt, einige Mitreisende kamen erst mit dem heutigen Morgen in Taipei an. Zwar hatte ich mich ja eigentlich mit meinen beiden Damen um 09:00 Uhr zum Frühstück verabredet, die wiederum waren jedoch von der Anreise noch so kaputt, dass sie selbst um 09:00 Uhr nicht beim Frühstück erschienen sind. Ich habe einige weitere Mitreisende getroffen und so haben wir, bei einem etwas kargen Frühstück, gleich viel geplaudert. 'Karges Frühstück'? - In Asien ist es normal zum Frühstück Reissuppe, Fisch, Nudelgerichte und alles Mögliche zu essen. Für mich ist das viel zu heftig. Für uns Europäer gab es aber leider nur einfachen Toast, etwas Butter und Marmelade dazu, über den Teebeutel möchte ich lieber erst gar nicht anfangen zu sprechen. Dieses Hotel ist sehr auf asiatische Gäste eingestellt. Auch mein vielgeliebtes Obst konnte ich nicht finden. So blieb es bei dem Toast und einem 'dünnem' Grünteebeutel.
Meine beiden Damen waren um 10:30 Uhr immer noch nicht da .. Als ich an ihrer Zimmertür geklopft habe, schlummerten sie noch in ihren Betten und öffneten mir noch ganz schlaftrunken. Sie hatten schlichtweg verschlafen.

Um 13:00 Uhr haben wir dann 'Meng Lin' getroffen und eine kleine Vorstellungsrunde absolviert, bei der auch der Reiseverlauf noch einmal genauer erläutert wurde. Anschließend ging es dann mit dem Taxi, in einer ca. halbstündigen Fahrt zur Seilbahnstation. Eine Gondel brachte uns dann hinauf nach 'Muzha' das in Sichtnähe von Taipei auf 300 m Höhe gelegen ist.


Ein kleines Oolong Tee-Anbaugebiet, wunderschön gelegen und mit einem herrlichen Blick auf die Stadt 'Taipei'.

Hier wird traditionell Oolongtee angebaut. Die Oolong Teepflanzen sind hier sehr niedrig gehalten, ganz anders als wir es bisher kannten.

In einer sehr üppigen, fast schon an einen Dschungel erinnernden, Landschaft liegen die Teefelder.

Hier oben in den Bergen findet man auch ein kleines Teemuseum es informiert den Teeanbau und über den Gründungsvater des Teeanbaus in 'Muzha'.

Selbstverständlich besichtigten wir dieses Teemuseum und dort gab es natürlich auch 'Oolongtee' zu trinken. 
Gleich vorweg: Es war kein besonderer Tee, eher ein Tee für durchreisende Touristen.

Wir konnten unseren Oolong Tee aber selbst und gleich zu Tisch zubereiten. Dies taten wir natürlich und wir nutzen das Wissen um die 'Gong Fu Methode' denn so hat uns dann auch der fünfte und der sechste Aufguss am besten geschmeckt. Die vorhergehenden Aufgüsse waren trotz relativ großer Menge Tee irgendwie doch recht 'dünn' und schmeckten nicht sonderlich ausdrucksvoll. Zugegeben, es ist aber auch sehr schwierig so eine Horde teebegeisterter zufrieden zu stellen.

Bei Sonnenuntergang fuhren wir dann mit der Seilbahn wieder nach unten, bei dieser Fahrt wurden wir mit einen wahrlich grandiosen Ausblick auf das Lichtermeer der zwölf Stadtteile der 2,6 Millionencity 'Taipei' mit seinem '101 Tower' belohnt.


Der Jilong-Fluss teilt das Stadtzentrum von den nördlichen Bezirken Zhongshan und Neihu. Im Norden erhebt sich 'Qixing Shan' als der höchste Berg mit ca. 1100 m. Dort kann man die Kirschblüte, Schmetterlinge, Graslandschaften und vulkanische Aktivitäten erleben.

Im Süden befinden sich der Zhinan-Tempel und die Teehäuser der 'Maokong-Berge'. Kleinere Berge, wie der Xiang Shan, reichen bis in das Stadtzentrum.

 

Mit dem Taxi ging es dann in ein kleines Restaurant zum Abendessen. Dies war richtig gut, wir hatten viele Sachen zum Durchprobieren auf dem Tisch und so war für jeden etwas Schmackhaftes dabei.

Heute ist Nationalfeiertag in Taiwan, auch noch ein runder, nämlich der Hundertste und auch noch zur Staatsgründung. Unten am Fluss gab es deshalb ein riesiges Feuerwerk, wobei wir aber schon gewarnt wurden, dass dort kein Durchkommen ist weil sich dort zigtausende von Menschen tummelten.
Wir hatten dann aber eine zündend bessere Idee, denn wir befanden uns ohnehin schon gleich in der Nähe vom '101 Tower', dem höchsten Gebäude Taiwans und in denke es ist inzwischen das dritthöchste der Welt. Noch vor zwei Jahren war es das höchste Gebäude der Welt.
Was also liegt näher als dort hinaufzufahren? Also sind wir in den Tower und in nur 30 Sek. mit dem Aufzug in den neunundachzigsten Stock (89!) gefahren und hatten von dort eine fantastische Sicht auf die Stadt und natürlich auch auf das Feuerwerk. Gut, es wirkt zwar anders, als wenn man direkt unten am Fluss gestanden wäre, aber auch so war es ein tolles Erlebnis und wir haben das Feuerwerk doch anschauen können.

Mit der U-Bahn ging es dann zurück in unser Hotel, dass ja leider im turbulenten 'Nichts' liegt, also blieb zur Auswahl für einen kleinen Abendtrunk nur ein 'Family Markt' in dem wir uns Bier kauften und uns dann auf Stühlen vor dem Markt, am Straßenrand gesetzt haben. So geht es ja auch.


Zurück im Hotel haben wir dann noch eine kleine Whiskey-Probe auf einem der Zimmer gemacht. Denn eine Mitreisende verkauft auch hochwertigen Whiskey, sie war schon in den Destillerien und so lernte ich dann auch noch etwas über die Herstellung von Whiskey. Zum ersten Mal probierte ich bei der Gelegenheit auch mal einen 'Rauch-Whiskey', der mich an einen Rauchtee erinnerte und richtig gut war. Wir tranken wirklich jeweils nur einen kleinen Schluck vom dem Whiskey, es war aber hochinteressant.

So meine Uhr zeigt mir, dass es schon wieder kurz vor 02:00 Uhr, also ab ins Bett.

Ihr Werner Merten
und seine Mitreisenden Liane Regner und Margit Sedlmair

 

Taiwan Reise - Dienstag, 11.10.2011

Heute muss ich mich etwas kurz fassen, denn es ist schon wieder Mitternacht und morgen Früh um 7:00 Uhr heißt es aufstehen. Um kurz nach 8:00 Uhr fahren wir los in die Berge nach 'Mingijian' zu einem Teebauern bei dem wir morgen selbst bei der Teeproduktion mitarbeiten werden.


Also nicht viel Schlaf, denn letzte Nacht war ich dann doch erst um halb drei in der Früh fertig mit meinem Bericht und Fotos hochladen.

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von Schulung. Gleich nach dem Frühstück sind wir ins Büro von 'Aton', unseren Lehrer (Tee-Meister gefahren) um dort erst einmal theoretisch viel über Taiwanesischen Oolongtee zu erfahren.
Über die vier wichtigsten Teepflanzen von Taiwan: 

 - Sijichun
 - Tie Guan Yin
 - Paochong
 - Jinxuan
 - Sijichun
dies sind die meist verbreiteten Teepflanzen in Taiwan.

Als weitere Teepflanzen sind noch folgende zu erwähnen:
 - Buddhas Hand
 - Wuyi
 - Qingzin
 - Qilan
 - Rougui

Dies sind alles Namen der verwendeten Teepflanzen von den wir ihnen einige Arten  auch im TeaHouse Teeladen in der Sendlingerstrasse in München und im TeaHouse Onlineshop anbieten können.


Wir haben viel gehört über den Anbau, die Geschichte und über das, was man bei der Teeproduktion falsch machen kann. Und das ist seeehr viel.

Dabei haben wir immer die entsprechenden Tees aus der Teepflanze probieren können. Natürlich waren auch Probier-Tees dabei bei deren etwas falsch gemacht wurde. Dies war für uns natürlich hochinteressant die Geruchs- und Geschmacksunterschiede erfahren zu können.

Wir haben heute in 'Taipei' auch noch das älteste Teegeschäft besucht, in dem bis heute nach der alten Art Tee verarbeitet wird. Das Traditionsgeschäft ist über 100 Jahre alt.

 

Hier wurde uns die Holzkohlen-Röstung gezeigt und nebenbei konnten wir zwei Arbeiter beim Aussortieren der Stängel aus dem Tee beobachten.

 

 

 

 


 

Als kleines Highlight haben wir unsere anschließende Busfahrt im öffentlichen Nahverkehr von 'Taipei' so richtig genossen, das war wahrlich ein kleines Abenteuer!

'Langnasen' (so werden Europäer in Asien genannt) fahren normal mit dem Taxi, oder der U-Bahn, aber eigentlich nicht mit dem öffentlichen Bus. Es war richtig spannend, Gedanken wie "..ob wir heute auch wirklich noch bei unserem Hotel ankommen werden" machen sich breit.

 Zur Orientierung mussten wir immer wieder die chinesischen Schriftzeichen mit unseren Unterlagen vergleichen, um wenigstens ungefähr die Stationen verfolgen zu können, an denen der Bus stehen bleibt.
Die Fahrt dauerte dann auch eine 3/4 Stunde, wir haben es geschafft, wir sind fast vor dem Hotel ausgestiegen.

 

Zum Abendessen wurden wir von Meng Lin's Vater eingeladen. Fast die ganze Familie war mit dabei.
Es gab die leckere Peking Ente. Oh, was für ein herrliches Gedicht! Es war ein richtig schöner Abend, den wir haben dann wieder mit einer Flasche Bier vor dem Geschäft 'Family Markt', wie gestern, ausklingen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider wird der nächste Blog-Bericht erst in zwei Tagen folgen, da wir Morgen im Dorf beim Teebauer in einer ganz einfachen Unterkunft übernachten werden und dort natürlich kein Internet Anschluss vorhanden ist. Wir freuen uns schon sehr auf unsere eigene Teeproduktion von Oolongtee.

Ach ja, ich hab ja vor lauter Tee ganz vergessen etwas über das Wetter zu schreiben. Also hier noch der Nachtrag: Es ist schwül-warm, hat eine hohe Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen liegen zwischen 25 bis 28 Grad. Der Himmel war meist bedeckt, aber wir haben noch keinen Regen.

 

Ihr Werner Merten
und seine Mitreisenden Liane Regner und Margit Sedlmair

 

Taiwan Reise - Mittwoch / Donnerstag, 12. / 13.10.2011

Heute ging es schon in der Früh um kurz nach 8:00 Uhr los. Wir sind nach 'Mingijian' gefahren, wo wir bei einem Teebauern unseren eigenen Tee mitproduzieren wollen, der Höhepunkt auf unserer Reise. Die Fahrt von Taipei nach 'Mingijian' dauerte ungefähr 4 Stunden. 'Mingijian' ist das zentrale Teeanbaugebiet für taiwanesischen Oolongtee. Es liegt in der Nähe von 'Nantou' mitten in Taiwan. Hier gibt es, so glaube ich, fast keine Familie die nicht Tee-Anbau betreibt.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Die ganzen Straßen sind links und rechts sind voll mit Häusern der Teebauern, in denen der Tee produziert wird. Dazwischen liegen die Teefelder, die nicht so groß sind wie bei richtigen Plantagen, deshalb nennen wir Sie 'Teebauern'.


Die Teefelder wechseln sich immer wieder mit Ananasfelder ab. Dies ist das zweite wichtige Produkt, von dem die Menschen hier leben. Hmmm Ananas, ich liebe Sie, wie meine Teepflanzen, also bin ich hier, ganz praktisch, in meinem Paradies gelandet.

 

Wer hier je eine frische Ananas kosten konnte, findet alles was man bei uns bekommt schrecklich. So mild und leicht süß ein Genuss. Aber wir sind ja nicht wegen der Ananas-Produktion hierher gekommen, sondern wegen unseren Oolongtee.


Beim Bauern angekommen gab es erst mal ein typisches Taiwanesisches Mittagessen, dass extra von einem Wanderkoch für uns zubereitet wurde. Und anschließend 'ANANAS'..

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Doch auf uns wartet Arbeit, denn wir wollen bei der Produktion richtig mitarbeiten. Um den Ablauf der Oolong-Produktion verständlich veranschaulichen zu können, werde ich dies nun in einer Bildergeschichte erzählen:

Am Anfang müssen natürlich die Teeblätter erstmals geerntet werden. Die Ideale Zeit dafür ist so etwa zwischen 11:00 Uhr und 14:00 Uhr, da in dieser Zeitspanne die Teeblätter die geringste Feuchtigkeit enthalten und so ideal für Oolongtee sind. Zuvor und danach steigen die Säfte wieder in die Blätter auf und sie werden zu feucht für einen optimalen Tee.

 

Da in dieser kurzen Zeitspanne Handpflückung unmöglich ist, (dauert viel zu lange), werden die Teeblätter maschinell geschnitten. Dies ist zwar ein Kompromiss wegen dem Blattgut, aber laut unserem Lehrer, voll vertretbar weil ob per Hand oder maschinell geerntet, es hat keinen Einfluss auf unseren Tee. Bei den nachfolgenden Verabreitungsschritten werden die unerwünschten Teeblätter und Stängel automatisch aussortiert.


In Säcken verpackt wird auf Kleinlastern der Tee zum Haus des Bauern gefahren.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Bevor der Tee ankommt beginnt für uns die Arbeit, der Hof vor und neben dem Haus muss mit Tüchern ausgelegt werden, worauf die Teeblätter dann dünn ausgebreitet werden.

 

Vorsichtig werden die Teeblätter über die gesammten Fläche 'dünn' verteilt.


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Unser Blattgut, die kleinen Blätter und die Stängel werden wärend der Produktion automatisch entfernt.

 

Der ganze Hof ist jetzt voller Teeblätter, nun beginnt das Sonnewelken, dies kann zwischen 12 Minuten und 2 Stunden dauern, je nach Beschaffenheit der Teeblätter, Luftfeuchtigkeit und Temperatur.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Nach ca. 1 Stunde mussten die Teeblätter gewendet werden, damit auch die untenliegenden Blätter nach oben kommen.

 

Nach weiteren ca. 30 Minuten werden die Teeblätter aufgenommen und in die Halle gebracht.


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

In der Halle schüttet man sie auf den Boden.

 

Jetzt müssen die Blätter wieder über die gesammte Fläche verteilt werden.


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Inzwischen ist fast der gesamte Hallenboden mit Teeblättern bedeckt.

Die Teeblätter müssen jetzt abkühlen und die Klimaanlage wird eingeschaltet, damit die Teeblätter schneller abkühlen können. Dies dauert ca. zwei weitere Stunden.

 

In der Zwischenzeit sind wir in unsere Herbrge gefahren, dort werden wir die heutige kurze Nacht verbringen.
3-4 Leute teilen sich immer ein Zimmer. Die Herberge ist einfach aber sauber und wurde erst vor ein paar Jahren gebaut. Ich war schon vor zwei Jahren hier und war diesmal wieder im gleichen Zimmer, in dem wir zu viert auf 'Tatami Matten' genächtigt hatten.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees
Wieder zurück beim Bauern kommt uns schon beim Eingang in die Halle ein süßlicher nach 'Osmanthusblüten' riechender betötender Duft entgegen. Das ist jetzt der richtige Moment und die Teeblätter werden in runde Körbe geschichtet, aber locker und es dürfen nicht zu viele Blätter in einem Korb sein.  

Der Korb mit dem duftenden Teeblättern muss nun in die Regale, also mache ich mich auf den Weg damit.


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Schnell sind jede Menge der Körbe gefüllt und der Tee darf sich jetzt ausruhen. Die Teeblätter sind nun böse mit uns, denn wir haben sie 'gestört' und der Geruch ist umgeschlagen in frisch geschnittenes Gras.
Etwa zwei Stunden dürden die Teeblätter nun ein Nickerchen machen, bevor wir sie 'wecken' müssen.

 

Wir nutzen die Pause und überreichen unserem Teebauer ein kleines Geschenk aus unserem Lande, echte Nürnberger Lebkuchen.


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees
Da wir ja unsere Teeblätter zwei Stunden nicht stören wollen, gehen wir zum Essen, dass wir uns jetzt wirklich verdient haben.  

Als wir zurückkommen verströmen unsere Teeblätter einen herrlichen Orchidenduft. Dieser Duft wird uns für immer im Gedächtnis bleiben, wir würden ihn am liebsten mitnehmen, er ist einmalig!

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees
Wir müssen leider unsere Teeblätter wieder stören, denn sie werden nun durch leichtes Aufschütteln gewendet.  

Die Blätter haben sich bereits verändert, sie haben eine leichte dunkle Färbung erhalten und werden nun immer matter. Auch Ihren Geruch haben Sie erneut verändert, denn sie sind wütend, weil wir sie geweckt haben..


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Jetzt dauert es noch einmal weiter gute zwei Stunden.
Es ist bereits 22:12 Uhr geworden.

 

Unsere Teeblätter haben nun lange genug 'geschlafen', jetzt wecken wir sie richtig auf, dazu geben wir sie in große längliche Trommeln.


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Nun werden die Teeblätter in die große Tee-Trockentrommel gegeben. Die Trommeln werden ungefähr bis zu dreiviertel ihres Fassungsvermögens mit Teeblätter gefüllt.

 

Die Trommeln drehen sich jetzt ungefähr 30 Minuten. Bei diesem Vorgang fallen die kleinen Teeblätter durch die Öffnungen der Trommeln und die Feuchtigkeit wird jetzt wieder gleichmäßig in die Teeblätter verteilt. Während der vorhergehenden Arbeitsschritte wanderte ein Teil der Feuchtigkeit langsam in die Stängel zurück. Auch die Blattränder werden in der Trommel leicht aufgerissen, damit die Blätter sofort mit der Fermentierung beginnen können.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees
Nun wird die Trommel geleert, auch die letzten Teeblätter müssen wieder raus gefischt werden. :-)  

Die Teeblätter werden erneut auf die flachen Körbe gelegt, aber diesmal etwa drei Mal soviel wie zuvor, dadurch veringert sich die Anzahl der benötigten der Körbe.


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees
Die Teeblätter bleiben nun 6 Stunden so liegen, die Klimaanlage wird ausgeschaltet, denn der Tee soll jetzt nicht mehr gekühlt werden, sondern der Fermentationsvorgang soll in Ruhe passieren.  

Es ist inzwischen schon 01:00 Uhr geworden, wir brechen auf zu unserer Herberger. Zwar sind wir müde, aber trotzdem aufgekratzt. So kommen wir dann doch erst um 03.12 Uhr ins Bett. Um 06:20 ist Wecken! Also grade mal knappe drei Stunden Schlaf, denn dann geht es ohne Frühstück erstmal wieder zurück zum Teebauer.


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees
Die Teeblätter sind jetzt in den letzten sechs Stunden anfermentiert, was man ihnen auch deutlich ansieht.  

Um die Fermentation zu stoppen werden sie für 4 min bei 300°C in dieser Trommel erhizt.


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Um die Struktur zu zerstören und den Tee vielschichtiger zu machen (Tiefe des Geschmacks) kommen sie in diese Rollmaschine. Bei diesem Rollvorgang lösen sich auch die Blätter von den langen Stielen.

 

In dem großen Trockner wird den Teeblättern nochmal Feuchtigkeit entzogen.


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Erst kommt Schwerstarbeit und das sogegannte 'Make Up' der Teeblätter (Formgebung) kommen in ein Tuch.

 

Dieses wird zur Kugel geformt.


Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Das geformte Tuch wird nun per Handarbeit verschlossen.

 

Mit großer Anstrengung wird diese Kugel nun komprimiert, d.h. der Strang oben wird festgehalten während sich die Kugel unten dreht und die Kugel wird immer fester.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees  

Anschließend wird die Kugel nochmals mit Druck zusammengedrückt. Die Teeblätter rollen sich Schritt für Schritt ein. Danach wird das Tuch geöffnet, die Blätter in einer Trommel wieder aufgelockert und dann wieder in das Tuch, Kugel formen, festzurren, mit Druck komprimieren, aufgelockert, Kugel... usw..

Der Vorgang wiederholt sich mindestens zwanzig Mal, erst dann hat der Tee seine typische Form erhalten, welche den echten 'Kugeloolong' ausmacht.

 

Wenn unser Tee fertig ist, ruht er noch etwas, hinterher wird er zu unserem Lehrer 'Aton' nach Taipei gebracht. Er röstet in dann noch fertig und wenn alles gut geht bekommen wir unseren Tee am Dienstag übergeben.

Im Koffer bringen wir diesen frischen Oolongtee mit nach München, wodurch auch Sie in den Genuß eines 'einmaligen Tees' kommen, ein Tee der so frisch von niemanden sonst angeboten werden kann, (von uns Langnasen produzierter) der 'Langnasen Tee'. Er wird dann jedoch einen chinesischen Namen erhalten.

Wir hatten die besten Vorraussetzungen, dass es ein sehr guter Tee wird, so die Aussage von unserem Meister, das Wetter war perfekt und wir haben den Tee sogar noch in einer Vollmondnacht produziert. Wenn wir zurück sind, finden Sie denn Tee dann auch gleich in unserem Teeshop. Selbstverständlich erhalten Sie im TeaHouse Teeladen auch Original Oolong-Teegeschirr, Teeschalen, Original Yixing Oolongtee-Kannen, Oolongtee Aufguss- und Abgiesskannen.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees  

Wir sind jetzt ganz fertig, übernächtigt und genießen jetzt ein Super Hotel am Sonne Mond See in Zentral Taiwan.
Es ist schon wieder 01:00 Uhr geworden, ich gehe  auf dem kürzesten Wege direkt ins Bett. Bis um 8:00 Uhr kann ich schlafen, ehe es dann gleich in der Früh weiter geht.

Ihr Werner Merten
und seine Mitreisenden Liane Regner und Margit Sedlmair

 

Taiwan Reise - Freitag, 14.10.2011

Hier am 'Sonne-Mond-See' könnten wir es länger aushalten, leider müssen wir in der Früh um 09:00 Uhr schon wieder abfahren, es wäre so schön gewesen hier.. noch einen Tag länger bleiben, dieses Hotel, purer Luxus mit wunderschönem Wellness-Bereich, 'Onsen', ein Japanisches Bad und auch das Essen war hier fantastisch. Leider hatten nur eine Nacht hier.
Doch wir ja auch nicht auf Urlaubsreise, sondern auf einer Tee-Reise und da warten schon die nächste Termine auf uns.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Auf den Weg ins Hochland in der Nähe von 'Ali Shan' nach 'Dong Ding' treffen wir auf eine Gruppe Pflückerinnen. Diese sind hier nicht angestellt, wie in Indien oder Sri Lanka üblich. In Taiwan wird immer nur je einmal im Frühjahr, im Sommer und im Herbst gepflückt. Auf Schwarztee-Plantagen wird ständig Tee geerntet. Oolongpflanzen wachsen viel langsamer und es werden mehr Teeblätter auf einmal verwendet. Die Pflückerinnen sind die Frauen der Teebauern und da jeder Bauer nur eine kleinere Fläche zur Verfügung hat, wird die Pflückarbeit gemeinschaftlich organisiert. Es helfen alle zusammen und nacheinander werden die Teefelder der Bauern abgeerntet.

Wir haben hier mittlerweile schon eine kleine Berühmtheit erlangt. Es ist in Taiwan etwas Besonderes, wenn 'Langnasen' wie wir ins Land kommen und Tee mitproduzieren. In der Zwischenzeit hat sogar das Fernsehen und eine große Zeitung über unsere Arbeiten hier berichtet. Eine der Pflückerinnen hat uns deshalb schon aus der Weite zugerufen 'Euch kenne ich doch! Ihr seid doch die aus dem Fernsehen'. Diese Reise ist eben etwas Besonderes.

Der Tee aus 'Dong Ding', einem Bergdorf auf 700m Höhe gelegen, ist inzwischen sehr berühmt geworden! Dies ruft auch die Nachahmer auf den Plan und so wird nun auf dem Markt 'Dong Ding Tee' verkauft, der hier nie angebaut wurde. Charakteristisch für 'Dong Ding Tee'  ist die Form des Teeblattes, das immer zu Kugeln geformt wird. Original 'Dong Ding'  kann man also nur in der Form nachahmen, aber weitaus wichtiger sind natürlich das Klima und vor allem der Boden hier.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees
Da 'Dong Ding' klein ist, gibt es nicht genügend Original Tee auf dem Markt. 1999 wurde der Ort durch ein sehr starkes Erdbeben fast zerstört, auch die Teefelder wurden dabei verwüstet. Mit staatlicher Hilfe wurde alles wieder aufgebaut, dies hat somit zu seiner Berühmtheit geführt.   Wir besuchen hier den Teebauer 'Su', bei dem wir selbstverständlich einige Tees, selbstverständlich aus Original 'Oolong Teegeschirr' probieren dürfen.
Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Durch 'Herrn Lin' Informationen, welche er einen weiteren Teebauer zutrug, wurden wir alsgleich von ihm zu sich nach Hause eingeladen. Der Herr ist bereits über '90 Jahre' alt!
Auf seinem Innenhof liegen 'Herr Lin´s' Tee-Samen zum Trocknen, er produziert ihn nach alter Art mit Teesamenöl. Dieses hat nichts mit dem bei uns bekannten Teebaumöl gemeinsam, denn es wird nicht aus der Teepflanze hergestellt.

 

Teesamenöl wird hier zum Kochen verwendet, für die Kosmetik (Haare), aber die Menschen trinken es auch direkt, zur Erhaltung ihrer Gesundheit.

Natürlich werden wir zum Tee geladen und kommen so zu einen köstlichen '30 Jahre' alten echten 'Dong Ding Tee'!

 

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Wir fahren weiter, hinauf in das Hochland nach 'Shan-Lin-Xi'. Eis spezielles Anbaugebiet für 'Hochland-Oolong'. Die Luft ist dort Oben sehr feucht, die Berge dicht nebelverhangen, hiervon wurden wir auch selbst richtig nass. Nachmittags regnet es hier fast immer. Eigentlich der ideale Ort für Grüntee und Weißen Tee, leider jedoch nicht ideal für Oolongtee, hierfür ist es hier einfach zu feucht.

 

Dies ist auch der Grund weshalb es nur wenige, sehr gute 'Shan-Lin-Xi Tees' gibt. Umso mehr freuen wir uns, dass wir Ihnen so einen der raren und sehr guten 'Shan-Lin-Xi Oolongtees' im TeaHouse Onlineshop und im Teeladen bald schon anbieten können. Die Hänge mit den Teepflanzen sind hier so steil, dass es schon ein Wunder ist, wie hier von Hand geerntet werden kann.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Nachdem hier bei der Feuchte und an den steilen Hängen keine Freifläche für das Sonnenwelken vorhanden sind, sind auch auf den Dächern Teefabriken selbst, ..

 

.. ähnlich wie Dachterrassen, Glashäuser darüber gebaut.
So erlangt man hier dann den benötigten Platz und die Fläche für das Welken der Teeblätter.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

 

Abends beziehen wir in der Nähe der Teefabriken, in einem Hotel mitten im Bambuswald unser Quartier und lassen den Tag fröhlich ausklingen. Wieder war es 01:00 Uhr, als ich an diesem ausgefüllten und ereignisreichenm Tag zum Schlafen kam.

Ihr Werner Merten
und seine Mitreisenden Liane Regner und Margit Sedlmair

 

Taiwan Reise - Samstag, 15.10.2011

Vor unserer Abfahrt zurück nach 'Taipai', haben wir noch einen kleinen Spaziergang in der wunderschöne Landschaft unternehmenn können. Die ganze Nacht über hatte es durchgeregnet, wir sind sehr froh, dass es mittlerweile aufgehört hat. Aufbruchsstimmung macht sich breit! Es ist nun 11:00 Uhr, wir begeben uns auf den Weg, denn der heutige Tag ist eigentlich ein Reisetag.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Unterwegs machen wir aber Halt in 'Caio Tun', in einem Zentrum für traditionelle Handwerkskunst, in dem wir unsere Geschicklichkeit austesten können. Wir gravieren ganz flott chin. Schriftzeichen in Bambusgefäße, können erleben und selbst ausprobieren, wie kunstvolle Bilder auf Lackgeschirr entstehen (können).

Schnell ist es Draußen wieder Dunkel geworden. Es ist wieder Nacht, als wir in 'Taipai' (臺北市 / 台北市) erneut in unserem, von jeglichem Strassenleben, abseitsgelegenen Hotel ankommen. So wird also wieder der 'Family Markt', oder der anderer Shop werden, bei dem wir unseren abendlichen Schlummertrunk einnehmen, da es in der Nähe unseres Hotels ja leider weit und breit absolut keine Restaurants gibt.
Ein persönlicher Vorteil der letzten langen Busfahrt ist, dass ich die Reiseberichte unserer Teereise für den 14. / 15. Oktober nun ganz ungestört im Bus schreiben kann, denn erst in 'Taipai' habe ich, via Internet  wieder Anschluss an die Welt.

Aufgedreht und touristisch neugierig auf Land und Leute, wie wir halt so sind, stellen wir fest, dass wir noch lange noch nicht zu müde sind, um noch etwas Interessantes nach der Ankunft am Abend um 22:00 Uhr zu unternehmen.

Also rein ins Taxi und ab zum Nachtmarkt. Nachdem heute schon wieder Samstag ist, ist dort heute entsprechend viel los, worüber wir uns sehr freuen. Es folgen Bilder welche Ihnen einen kleinen Eindruck des Marktlebens vermitteln:

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Auf so einem Nachtmarkt gibt es eigentlich alles zu kaufen. Ob man sich von oben bis unten neu einkleiden will, oder irgendwelche Gegenstände für Wohnung und Haushalt braucht, Kitsch über Kitsch ..

 

.. und natürlich viele Strassen-Garküchen, wie man es aus Asiens Städten kennt.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Wenn nicht gerade, wie hier ein Stand mit 'Stinke Tofu' in der Nähe ist, findet man doch meistens betörenden Wohlgerüche. Dieser gegorene Tofu stinkt fürchterlich, also schnell weiter.

 

Alles ist hier so verlockend. An vielen Ständen kann man die Früchte, Säfte, und teils kunstvoll aufgebauten Speisen probieren.

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Überall findet man hier exotische Speisen zum Essen im Vorbeigehen, und kleinen Ecken zum sitzen.   Es gibt sehr leckere Gerichte, gegrillt, gekocht, ..
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.. gebacken, flammbiert, gedünstet und gebraten ..

 

.. und auch Speisen, welche wir nicht essen würden.

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Viele süße Leckereien, wie z.B. frische Waffeln und süßes Gebäck, welches hier ebenfalls ganz frisch direkt vor unseren staunenden Augen zubereitet wird, ..

 

.. Spieße, glasierte Früchte mit Früchten, mit Früchten die es bei uns gar nicht gibt, oder frischgepresste Fruchtsäfte, Zuckerrohrsaft.

Zurück vom Nachtmarkt ging es noch auf ein Bierchen zum alt bekannten Supermarkt. Leider waren dort aber alle der wenigen Stühle bereits belegt, somit wurde es heute nicht so spät und das Bierchen gibts auf dem Zimmer.

 

Gute Nacht! Ihr Werner Merten
und seine Mitreisenden Liane Regner und Margit Sedlmair

 

Taiwan Reise - Sonntag, 16.10.2011

Unser Weg führte uns heute nach 'Yingge', die bekannte und berühmte Töpferstadt Taiwans.

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Unser Weg führte uns heute nach 'Yingge', in die bekannte und berühmte Töpferstadt Taiwans. Wir besuchten Herrn 'Hsu-Chaocong', ein sehr bekannter, nationaler Handwerkmeister, mit vielen Auszeichnungen. Während meines letztes Besuches vor zwei Jahren waren seine Werke sogar im berühmten '101 Taipei Tower' ausgestellt.

 

Er hat extra seinen Brennofen noch nicht geöffnet, denn dies wollte er unbedingt erst mit uns zusammen machen. Es ist immer wieder ein großes Erlebnis, wenn die Ofentür geöffnet wird und der Meister mit Spannung seine neusten Werke aus dem Ofen zaubert.

 

So ein Ofen ist unberechenbar und einige Teile werden beim Brennvorgang nicht perfekt, oder sind nach dem Brennen fehlerhaft. Genau diese Ereignis, der Überraschungen wollte er mit uns teilen. Das ist sehr nett, doch der Ausschuss ist leider auch sehr hoch, 'Hsu-Chaocong' erzählt uns, dass bei großen Werken mit komplizierten Glasuren und Bemalungen, oft auch erst das zwansigste Porzellan gut gelingt.


Wir bekommen einen kleinen Unterricht bzgl. Herstellung und Glasuren von dem edlen Porzellan. Eine Führung durch die beiden oberen Etagen, wo einige seiner besten Werke ausgestellt sind, durfte natürlich nicht fehlen.

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Nach dem Mittagessen ging es dann auf eine kleine Shopping Tour durch 'Yingge', wo ein Laden neben dem anderen Porzellan- und Töpferwaren anbietet.

 

Man kann hier sowohl günstig Tee-Schalen, Tee-Kannen und Tee-Tassen bekommen und nebenan, in einem schicken Designerladen, ..

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.. edelste sehr hochwerte Porzellanwaren, zu Preisspannen von einigen hundert bis in die tausende Euro.

Und dann kam meine Zeit, schon vor zwei Jahren hatte ich einen tollen Laden gefunden und dort einige Tee-Kännchen und Tee-Schalen geordert. Selbstverständlich wollte ich auch in diesem Jahr unbedingt wieder dorthin.

 

Dieses Geschäft liegt nicht zentral in der City, sondern etwas abseits, hinter dem Bahnhof. Den Tipp gab mir 'Meng Lin'. Auch Sie ordert hier 'mittelpreisige 'Tee-Kännchen', deren Qualität aber von hoher Güte sind. Dort war ich natürlich wieder voll in meinem Element und habe erneut richtig zugeschlagen, denn alle Tee-Kännchen und Tee-Schalen vom letzten Besuch, wurden längst schon alle verkauft.

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Das Highlight des heutigen Tages war dann der Besuch bei 'Misu You', ein 42-Jähriger, den wir alle auf Mitte zwanzig schätzten (siehe Foto), ob das am 'Pu Er Tee' liegt?  :-)

Ich sollte wohl anfangen mehr 'Pu Er Tee' zu trinken.

 

Jedes Jahr im Frühjahr fährt 'Misu You' für drei Monate nach 'Yunnan', wo er selbst die Tee-Produktion überwacht und seine eigenen 'Pu Er Tees' produziert.
Wir haben interessantes über die Herstellung erfahren, sowie über die 100 - 1000 jährigen 'Pu er'-Bäume.

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Die 'Pu-Er-Bäume' werden dort nicht in Plantagen gezogen, sondern wachsen frei und werden 6 - 10 m hoch. Zum Pflücken muss man in die Baumwipfeln steigen, um dort an die Blätter zu kommen. Die Blätter werden dann kurz in Pfannen geröstet und anschließend in der Sonne getrocknet. Wichtig ist, dass die Temperatur beim Rösten nur 80°C beträgt, denn es sollen nicht alle Enzyme zerstört werden, er könnte sonst nicht nachreifen.

 

Nach dem Sonnentrocknen werden die Tee-Blätter kurz gedämpft und dann zu Tee-Fladen gepresst. Fertig!!!


Leider kursieren in Deutschland immer noch Märchengeschichten vom Vergraben des Tees in der Erde, oder der Lagerung in Höhlen. - Bitte gleich vergessen!

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So ein junger 'Pu Er Tee' ist golden in der Tasse und hat noch eine feine Spitze im Geschmack, desto älter er wird, desto ausgereifter werden seine Aromen, welche feine Holznoten aufweisen und nicht bitter schmecken. Auch der Koffeingehalt wird immer weniger.
Er ist so gar nicht zu vergleichen mit den billigen 'Pu Er Tees', die es in Europa zu kaufen gibt, diese kommen von den großen Plantagen, werden in den Lagerhallen aufgeschichtet, befeuchtet und man lässt sie dann einigen Wochen vor sich hin gammeln, sie haben einen modrigen Geschmack. So soll ein alter 'Pu Er Tee' nur imitiert werden.

 

Doch Fakt ist, es liegen Welten zwischen 'Misu You' Tees und den befeuchteten Tees aus den großen Teefabriken!

 

Selbstverständlich durften wir auch einige 'Pu Er Tees' probieren, wobei der älteste Tee von 1973 war. Diesen hat 'Misu You' locker 20-mal aufgegossen und jeder Aufguss hatte seinen eigenen Charakter und jeder Guß wandelte sich stets auf das Neue.
In seinem Geschäft gibt es 'Pu Er Tees' zuHauf, entweder zu Fladen gepresst, lose oder in Bambus gefüllt.

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So ein Blatt von einem alten 'Pu Er Baum' kann schon mal bis zu 16 cm groß sein.  

Am Abend fuhren wir dann, zum Abendessen in ein typisch Taiwanesisches Restaurant in die Stadt gefahren.

Und jetzt ist es schon wieder 02:00 Uhr, was habe ich mir da mit dem Blog nur angetan?! Aber es macht auch richtig Spaß, für Sie direkt und quasi live aus dem Anbaugebiet zu berichten und ihnen näherzubringen, was wir auf so einer Tee-Reise so alles erleben. Schlafen kann ich ja dann, wenn ich wieder zu Hause bin: :-)


 

Ihr Werner Merten
und seine Mitreisenden Liane Regner und Margit Sedlmair

 

 

Taiwan Reise - Montag, 17.10.2011

Der heutige Tag war für uns ein sehr lehrreicher Unterrichtstag!

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Schon am frühen Vormittag fuhren wir deshalb in das 'Wistaria Tea House'. Eine Institution in Taiwan. Es wurde 1920 errichtet und diente in der japanischen Kolonialzeit den hochgestellten Offiziere Japans. Nach dem 2. Weltkrieg war es dann Treffpunkt Intellektueller aus der demokratischen Bewegung, hier fanden oft (verbotenere) Diskussionen und Gespräche der Demokratiebewegung statt. Bei einem kleinen Rundgang wird der Raum der Treffen gezeigt.

 

Heute ist es ein Ort der Ruhe und Besinnlichkeit an dem man, bei einem guten 'Pu Er Tee' oder einem vorzüglichen Essen, die Großstadt Draußen völlig vergessen kann. Sanfte Musikklänge lassen einen eintauchen in diese wundervolle Atmosphäre. Der Hauptraum ist mit Stühlen und kleinen Tischen ausgestattet, in den hinteren Nebenräumen taucht man in die Wohnlandschaft alter japanischer Teehäuser ein.

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Uns wird eine große Ehre zu Teil, denn wir sind heute für zwei Stunden die Schüler von Meister 'Zhou Yu'. Er ist der 'Pu Er Papst' von Taiwan und er ist auch Inhaber des berühmten 'Wistaria Tea Houses'. Meister 'Zhou Yu' ist Hang Chinese und in den 50´er Jahren mit der demokratischen Bewegung, auf der Flucht vor Mao, in Taiwan angekommen.


Sein Unterricht ist sehr philosophisch geprägt. Er ist eine aussergewöhnliche und erhabene Erscheinung! Vom Meister erfahren wir viel über die chinesische Denkweise. Es macht unendlich Freude ihm bei seinen Ausführungen zuzuhören. Auch er hatte in China 'Pu Er Tee' selbst hergestellt und die Bäume für seinen Tee, die hatte er selbstverständlich ganz persönlich ausgesucht.


In den 70er Jahren hat sich aber das Bild in 'Yunnan' sehr verändert. Durch die Popularität des 'Pu Er Tees' und der damit gestiegenen Nachfrage haben sich viele von dem ursprünglichen Weg der Herstellung immer weiter entfernt.
Geldgier führte dazu, dass einigen auf einmal das Sonnewelken zu lang dauerte, es wurde durch Maschinen ersetzt. Dies führte dazu, dass der Tee 'sein Leben' und 'seine Energie' verlor. Die Enzyme im Teeblatt wurden schlichtweg zerstört, der Tee konnte nicht mehr nachreifen. Dünger und Spritzmittel gaben das ihrige noch dazu. Als man dies bemerkte versuchte man die Teeblätter aufzuschichten, mit Wasser zu besprengen, um ihnen wieder Leben einzuhauchen (Massenproduktion siehe auch 16. Okt).

 

Doch das Leben kam nicht zurück! Nur mehr Geld floss in die Kassen, da man 'Pu Er Tee' auf Plantagen jetzt schneller und in größeren Mengen herstellen konnte.  Die mühselige Ernte von wilden Teebäumen und die aufwendige Produktion war den Firmen nicht ertragreich genug.
 

Deshalb hat auch der Meister damit angefangen, bei den noch verbliebenen traditionell orientierten Bauern nur von alten wildwachsenden Teebäumen, (die keinen Dünger benötigen und auch keine Spritzmittel), 'Pu Er Tee' zu produzieren. Dieser Tee trägt noch das Leben und die Energie der Natur in sich. Man sollte eigentlich nicht danach fragen, was es für ein Tee ist, sondern man sollte den Tee selbst erzählen lassen, um seine wahre Geschichte zu erfahren.
 

Seit dem Jahr 2007 fährt Meister 'Zhou Yu' nicht mehr nach 'Yunnan', da die hohen Löhne und die Inflation diesen Prozess fast unmöglich machen. Es finden sich keine Arbeiter mehr für die traditionelle Tee-Produktion. Auch lassen sich immer weniger Bauern dazu zu bringen den aufwendigeren Weg umzusetzen.


'Zhou Yu' widmet sich zur Zeit der Entwicklung des perfekten Teegeschirrs, dazu entwickelte er eine Teekanne aus purem Silber, dass für höchsten Teegenuss das Beste sein soll.

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Wir kommen in den Genuß zwei von 'Zhou Yu' ausgesuchten Tees zu testen.
 

Der erste eine Frühjahrspflückung aus dem Jahre 2004, Energie spendend und einen der zweite Tee ist ein 'Pu Er' aus dem Jahre 1960, eine Herbstpflückung die wärmend und beruhigend wirkt.

 

Wie es uns der Meister beigebracht hat, so lassen auch wir mit geschärften Sinnen den Tee seine Geschichte 'erzählen', nehmen einen Schluck zu uns, schliessen die Augen und lauschen der Geschichte des Tees, welche er uns mit Einkehr der Besinnung erzählt.
Mein persönlicher Favorit ist der Tee aus dem Jahre 1960, der einem regelrecht am Gaumen schmeichelt und von der Erde und dem Legen des Baumes im Wald erzählt..

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Die Zeit verrinnt wieder viel zu schnell. Zum Abschied bekommt jeder von uns, eine vom Meister selbst erschaffen, ganz persönliche, traditionelle Kaligrafie, mit einem individuellen Text geschenkt.
Auf dem Foto ist meine zu sehen, der Text lautet: 'Im Tee spüren wir die Aufrichtigkeit des Kosmos'!

 

Noch beeindruckt von den Erlebnissen des Tages machen wir uns unmittelbar nach dem Mittagessen auf den Weg ins 'Wistaria Tea House', zu unserem Tee-Meister und Lehrer 'Aton', bei dem wir heute Nachmittag noch einmal Unterricht erhalten werden. Sein Geschäft und Büro liegt ganz unscheinbar in einer Seitenstraße.

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Unser selbstgemachter Tee ist fertig!
'Aton' hat die halbe Nacht damit verbracht den letzten Arbeitsschritt vorzubereiten, der letzte Schritt den es zu tun gibt, ist das letzte Rösten.
Der Tee wurde bereits bei 108° Celsius ganze 8 Stunden lang geröstet. Dies stabilisiert den Tee und macht in lagerfähig. Wir dürfen ihn auch gleich probieren, in zwei Varianten, den rohen Tee, der noch unreif schmeckt und den bereits gerösteten, der noch leichtes Röstaroma aufweist.
Nun muss der Tee muss noch einige Wochen ruhig lagern und erst dann sollte er getrunken werden.
Natürlich nehmen wir einen Teil in unseren Koffern mit. Ich  möchte Ihnen diesen besonderen Tee im TeaHouse Teeladen anbieten, die Menge ist leider sehr begrenzt. Nur ein paar Kilo davon entspricht unserem Anteil den wir mitnehmen können.

Schon ab kommenden Samstag werden sie diesen eigens eingeflogenen Tee dann bei uns bekommen können. Aber wie gesagt, nicht gleich trinken, noch abwarten.

 

 

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Der sehr interessante Unterricht dauerte bis 18.00 Uhr, wir probieren wieder gleich mehrere Tees, unter anderen diese beiden Tees: Links ein 'gelagerter 'Oolongtee' aus dem Jahre 1973 mit langem dunklen Blatt ..

 

und rechts einen in 'kugeligen Holzkohlen' gerösteter 'Oolong' aus 'Ali Shan'.

Unsere Köpfe ist nun so voll mit spannenden Eindrücken und einer großen Menge an neuen Informationen, welche wir erst einmal in aller Ruhe verarbeiten werden müssen. Zum Abendessen ging es noch in ein kantonesisches Lokal, in dem wir wieder viele Köstlichkeiten gereicht bekommen haben.


In der Jolly Bar haben wir zum Ende des Tages noch einen leichten Absacker eingenommen. Man möge mir verzeihen, aber ich habe unbedingt ein Weißbier, dass hier hergestellt wird, probieren müssen. Na ja, es schmeckte irgendwie fruchtig, gar nicht so, wie wir es aus München gewohnt sind.


Ungewöhnlich früh, schon um 22:30 Uhr, sind wir dann mit dem Taxi zurück ins Hotel gefahren. Ich habe auf unser abendliches Bierchen, vor dem Supermarkt heute verzichtet. Die Eindrücke des Tages sind noch ganz frisch in meinem Kopf, so kann ich diese, am besten gleich hier und jetzt gleich für sie niederschreiben. Und siehe da, es ist doch wieder halbein Uhr geworden. Immerhin, früher als die Tage zuvor, trotzdem geht es jetzt umgehend ab ins Bett. Vorher muss ich aber noch die Bilder und den Text abschicken. Doch ehe ich fertig machen kann, ich habe noch ein kleines Problem mit dem Stecker des Internetanschlusses im Hotelzimmer. Der Stecker rutscht immer wieder raus. Zu Anfang habe ich noch mit der einen Hand den Stecker in die Dose gedrückt und mit der anderen die Internetadresse eingeben, inzwischen bin ich schon weiter und klemme arglistig, ganz einfach meinen Fotoapparat darunter, so habe ich beide Hände frei und siehe da..
Toll.. es hat wieder geklappt!  

Ihr Werner Merten
und seine Mitreisenden Liane Regner und Margit Sedlmair

 

Taiwan Reise - Dienstag, 18.10.2011

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Heute an unserem eigentlichen letzten Tag hier in Taiwan, fuhren wir hinaus vor die Tore Taipei nach 'Pingling', der Ort ist bekannt für den 'Bao Chong Tee'. Entfernung ca. 1 Std. Fahrt mit dem Bus.

 

Zunächst ging es ins Teemuseum von 'Pingling'. Gleich am Eingang fand ich diese Wandtafel mit den unterschiedlichen Stilarten, wie das Schriftzeichen für Tee in dem großen Land China geschrieben werden kann.

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In den Ausstellungsräumen des Museums findet man viele Informationstafeln über die Geschichte, den Teeanbau, die Berarbeitung und eine Übersicht über die Anbaugebiete von Taiwan. Einige Szenen aus der Geschichte des Tees wurden liebevoll mit lebensgro0en Figuren nachgestellt.

 

In der Mitte der kleinen Stadt gibt es eine Straße, in der Tee-Großhändler ihre Geschäfte führen, dies sieht natürlich ganz anders aus als man es sich so vieleicht vorstellen mag. Es sind keine richtigen Büros oder Geschäfte, sondern eher offene Garagen, vor denen sich die Säcke mit dem Tee stapeln.

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Unser Lehrer 'Aton' kommt hier auch her, um seinen Tee einzukaufen, deshalb kennt man ihn hier recht gut. Jeder Käufer kann sich die Tees hier selbst anschauen und probieren. Die Händler gießen sich sehr gerne ausgesuchte Tees auf. Ich war ja schon vor zwei Jahren hier, aber es hat sich nichts verändert.   Genauso verschlafen und geruhsam wie damals so ist es auch heute noch. Die Menschen sitzen in Ruhe vor Ihren Geschäften und plaudern. Heute haben Sie natürlich ein besonderes Thema, denn so viele 'Langnasen' kommen natürlich normal nicht hierher.
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Zum Mittagessen führte uns unser Lehrer in ein einfaches Straßenrestaurant, in dem täglich und überwiegend LKW-Fahrer einkehren. Es gibt einfache Kost, die direkt an der Straße zurbereitet wird und wobei jeder beim dem Koch beim kochen über die Schulter zuschauen kann.

 

Die Leute hier fragten unseren Lehrer schon, wie kannst Du nur mit den Langnasen in so ein Restaurant gehen. Doch genau das war es ja, was er uns erleben lassen wollte. Es muss nicht immer ein feines Lokal sein um gut essen zu gehen. Uns hat es sehr gut geschmeckt und die Atmosphäre war natürlich ein einmaliges Erlebnis.

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Taiwan ist eine Insel, mit der Fläche von ungefähren 90 % der Schweiz, aber natürlich von Wasser umgeben und genau das, dass haben wir bis jetzt noch nicht gesehen. Deshalb machten wir noch einen kurzen Abstecher an die taiwanesische Küste.

 

In dem kleinen Hafenort dreht sich, wie erwartet, natürlich alles um den Fisch, aber auch für mich, wobei ich nicht gerade der große Meeresfrüchte Liebhaber bin, habe ich etwas gefunden.

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Obst, das diese nette alte Dame hier so schön präsentiert und uns auch mit reifen Papayas, Bananen und Sternfrucht eingedeckt hat.

Einen kurzen Besuch machten wir noch bei einem Teebauern an der Küste, der früher von seinen Tees her entäuschte. Er lernte unseren Lehrer kennen und dieser hat im dann beim Anbau und der Produktion mit seinem Rat geholfen.

 

Heute ist er mit seinen Tees sehr zufrieden. Wie es üblich in dem Land, werden wir natürlich auch hier zum Tee freundlich eingeladen. Im Ort ist man natürlich neugierig, was da los sein könnte, wenn so viele 'Langnasen' einem Bauern besuchen kommen, deshalb hat dieser Herr beim Fenster reingeschaut, um sich selbst nach dem Rechten zu sehen, aber eigentlich wollte er nur wissen was hier los war.

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Als wir abends nach Taipai zurück kehrten, feierten wir unser Abschied mit einem Essen am Teebanket. Hier findet man viele leckere Speisen, in denen unterschiedlichen Teesorten bei Zubereitung verwendung finden.

 

Der Abschied naht, aber morgen steht noch das Nationalmuseum auf dem Programm, ehe wir uns entgültig verabschieden müssen. Jetzt heisst es erstmal packen. Gut dass ich noch eine Kofferwage in München besorgt habe, denn ob wir alles unterbringen werden steht noch in den Sternen. Wer kennt dies nicht. Das meiste wird per Paket nach Deutschland geschickt, denn bei nur max. 23 kg pro Person Reisegepäck, wäre es gar nicht möglich, alles mitzunehmen was wir haben. Das wichtigste haben wir dabei, unseren Tee, zwar nur einen Teil, doch der Rest kommt ja dann bald nach.

 

Wir haben auch eine leckere Melasse-Süßigkeit gefunden, pur und mit Ingwer, die fliegen mit dem Paket nach Deuschland mit. Da ich Morgen den letzten Tag nicht von hier aus mehr schreiben kann, werde ich dies dann nach der Ankunft in Deutschland noch nachholen und unseren Reisebericht vervollständigen.
Geschafft, der Koffer ist verschlossen und das Gewicht passt auch, jetzt noch ab zum Supermarkt, wo wir uns heute immer Abends trafen und heute einen kleinen Abschieds-Trunk genehmigen werden.
Da kommt mir der Gedanke, wenn die Asiaten nach Deutschland kommen, müssen sie uns für ein rückständiges Land halten, denn bei uns findet man leider keine Supermärkte, in denen man auch in der Nacht einkaufen kann. Die armen Deutschland Touristen, wenn sie auch so ein etwas abgelegenes Hotel haben wie wir, aber keinen Seven eleven ..,  mag gar nicht daran denken, ich bin richtig froh, dass es hier so etwas gibt.


Gute Nacht Deutschland.

 

Ihr Werner Merten
und seine Mitreisenden Liane Regner und Margit Sedlmair

 

Taiwan Reise - Mittwoch, 19.10.2011

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees   Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees

Da ich diesen Reisebericht immer in der nachts schreibe, hat sich der harte Kern noch einmal im Supermarkt getroffen, um über die vergangenen Tage zu plaudern und unsere letzte Nacht in Taiwan, bei einem letzten Bierchen und herrlich lauwarmen Temperaturen zu genießen.

Welch Wunder, wir haben alles in unseren Koffern untergebracht, dank meiner kleinen Kofferwaage, passt auch das Gewicht der randvoll befüllten Koffer. Die KLM gestattet pro Person (nur) 23 kg Reisegepäck. Unser Handgepäck wurde daher umso schwerer.

 

Nachdem wir unsere Koffer in der Hotel Lobby bis zum kommenden Nachmittag abstellten, begann der letzte Teil unserer Tee-Reise.

In Tapei steht das 'National Palast Museum', dorthin führt unser letzter Besuch auf der Insel. Dieser imposante Bau erinnert an die großen Kaiserpaläste in China. Hier sind viele Schätze der chinesischen Kaiser Dynastien ausgestellt, die wegen eines Raubes aus der verbotenen Stadt hierher gebracht wurden, sonst wären sie, wie viele andere Schätze, zerstört worden.

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Es ist wie in jedem Museum so ist es auch hier im 'National Palast Museum' verboten zu fotografieren, also können wir leider nur Außenaufnahmen machen.

 

So, noch ein letztes Bild fürs Album.  :-)

Teereise nach Taiwan - TeaHouse Oolong Tees  

Wir blicken wehmütig auf die vergangen Tage zurück, nun ist alles vorbei und die Zeit verging wie immer viel zu schnell.


An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei 'Meng Lin' bedanken, die mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Familie diese Reise organisiert und überhaupt erst möglich gemacht hat. 'Meng Lin' hat sich mal wieder selbst übertroffen!
Sie hat so viel Energie und Liebe in diese Reise gesteckt. Wir haben so viel gesehen und erleben dürfen, so viel gelernt, bei unserem Lehrer 'Aton', der uns die ganze Zeit begleitete. Wir vergessen hierbei natürlich nicht, dass sie sich alle Zeit für uns genommen haben. 'Meng Lin' hatte ihr Geschäft in der Schweiz extra geschlossen, um mit uns hier sein zu können, sie hatte so wenig Zeit, um mit Ihrer Familie zusammenzusein. Das alles wegen und für uns 'Langnasen', die unbedingt hierher wollten und 'Meng Lin' die ganze Zeit bedrängt hatten, diese Reise zu organisieren. 'Meng Lin' Du warst super und hast uns eine der schönsten Reisen ermöglicht. Nochmals vielen, vielen Dank!

 

Für uns heißt es jetzt aber Abschied nehmen von 'Taiwan' und Abschied von den letzen wunderschönen zehn Tagen, von denen wir Ihnen quasi live berichteten. Wir bringen neben den Randvollen Koffern auch unzählige Eindrücke, viele schöne Erinnerung mit mit nach Hause.
'Winke, Winke', bis zur nächsten Reise im Frühjahr 2012, die Planungen laufen schon.

     

Ihr Werner Merten
und seine Mitreisenden Liane Regner und Margit Sedlmair

 
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