Japan Teereise - Freitag 08.04.2016

3 Tage im gleichen Hotel ist ein Segen. Bis jetzt hieß es eine Nacht ein Hotel und irgendwann kann man sich einfach nicht mehr die Zimmernummer oder das Stockwerk merken. Also haben wir heute viel Zeit. Wir können ausschlafen, müssen keinen Koffer packen und haben Zeit zum Frühstücken. Wir sind in Shizuoka. Shizuoka ist eine Präfektur mit der gleichnamigen Hauptstadt und eines der ältesten Teeanbaugebiete Japans. Seid 800 Jahren wird hier Tee angebaut. Wir besuchen heute die NECT. Der Name ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben von Nature, Economy, Clean und Tea. NECT ist eine Gemeinschaft in der sich Teebauern zusammengeschlossen haben. Die gemeinschaftliche Arbeit begann schon vor 90 Jahren und seid 1998 haben sie sich auch rechtlich in einer Organisation vereinigt. Als wir ankommen bekommen wir ein Softdrink serviert, der auf dem Extrakt einer Benifuuki basiert.

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Die Benifuuki ist ein bittere Teepflanze, die für einen hohen Catechingehalt bekannt ist. Die Catechine sind Bitterstoffe und werden in Japan zur Linderung von Allergien eingesetzt. Dieses Getränk ist nicht bitter weil die Pflanze nach dem Shima- verfahren verarbeitet wird. Dabei wird das Dämpfen ein 300 Grad heißer Dampf verwendet. Um diesen einen so heißen Dampf zu erzeugen geschieht das unter Überdruck.
Erzeugt wird er in dieser Maschine.

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Davon wird der Dampf in eine riesige Trommel transportiert. Die Blätter brauchen 5 Minuten um sie zu durchlaufen. Die Maschine kann 500Kg Tee pro Stunde dämpfen.

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Der anschließende Prozess ist analog zur Sencha- Verarbeitung. Das Shima- Verfahren findet in vielen Teeproduktionen Shizuokas Anwendung. Neben der Reduktion des bitteren Geschmacks ist ein weiterer Vorteil, dass die Teeblätter während des Dämpfens nicht so viel Feuchtigkeit aufnehmen und der sich anschließende Trocknungsprozess nur die halbe Zeit braucht. Die gesamte Verarbeitung dauert nur 3 Stunden. Bei Sencha kann man von 6 Stunden ausgehen. 

Anschließend besuchen wir ein Benifuukifeld. Es ist 1,2ha groß und liegt auf 120m Höhe. Es ist flach, dass es mit einem Traktor geerntet werden kann. Das Feld wurde vor einem Monat in Form geschnitten und kann Ende Mai geerntet werden. Es werden die Blattspitze und 5 Blätter geerntet. Aus der zweiten Ernte wird ein schwarzer Tee gemacht. In Japan heißt schwarzer Tee Koucha (紅茶). Auf dem Feld werden keinerlei Pestizide verwendet. Die Bauern sagen das sei bei der robusten Pflanze nicht nötig. Dennoch ist der Tee nicht BIO zertifiziert, da es Geld kostet, Mehraufwand bedeutet und in Japan kein Verkaufsargument ist.

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Jetzt wollen wir noch zu höher gelegenen Teefeldern. Die liegen 40 Km nördlich von Shizuoka in einem Tal zwischen Mt. Shinoi und Mt. Yanbushi. Für die 40 Km sind wir über eine Stunde unterwegs. Das erste Feld ist eigentlich ein Gruppe von Feldern, die von 11 Bauernfamilien bewirtschaftet werden. Angebaut wird ausschließlich Yabukita allerdings gibt es noch teile auf denen Zairai wächst. Diese werden aber nach und nach durch Neuanpflanzungen von Stecklingen ersetzt. Die Felder liegen auf ca. 800m und bieten eine tolles Panorama. Ich meine wer hat an seinem Arbeitsplatz schon so einen Ausblick.

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Ein zweites Teefeld befindet sich auf der anderen Seite des Tals. Also müssen wir wieder runter und die andere Seite hoch. Das dauert knapp eine Stunde. Das Feld zu dem wir wollen ist das höchstgelegene Feld Japans. Es liegt knapp 1000m über dem Meeresspiegel. Es wird die Oku Midori angebaut und von hier kommt unser 0J53Sencha Hire Shizuoka oder kürzer Sunday Morning.
Oben abgekommen ist die Aussicht noch besser als bei vorigen Feld.

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Das ist im übrigen die höchstgelegen Reihe von Teesträuchern Japans.

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Was hier in den sehr steilen Teefeldern zum ersten Mal gesehen hab sind kleine Schlitten die wie eine Zahnradbahn auf einer Schiene den Berg hoch und runterfahren können. Sie werden von einem kleinen Verbrennungsmotor angetrieben angetrieben und können Mensch, Material und die Ernte Transportieren.

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Nun können fahren wir wieder zurück nach Shizuoka und kehren in ein Teehaus ein in dem wir endlich mal ein Matchaeis und Gebäck mit Matcha essen können.

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Zum Abendessen sind wir im Wasabi verabredet und können bei japanischen Spezialitäten über Gott und die Welt reden. Am Rande der Herr im roten Sweatshirt ist der Teemeister, der den J22 Teamasters Best Sencha produziert.

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.....Ihr Frank Wiebach.