Japan Reise 23.06.2010
Besuch bei Koyone Chaen, Teepräsentation bei Teemeister Tatsuo Takemura
Heute morgen ging es nach einer kurzen Nacht mit dem Zug nach Shin Tanabe, gelegen zwischen Kyoto und Uji. Die Firma Koyone Chaen, die wir dort besuchten, hat sich der Idee verschrieben, Tee ohne die Zugabe von jeglicher Art von Pestiziden oder Dünger herzustellen. Gerade der Verzicht auf Dünger stellt in Japan eine absolute Ausnahme dar.
Frau Toshiko Ono von Koyone stellte uns einen handgepflückten und handgearbeiteten Gyokuro vor, von dem nur ca. 1,5Kg hergestellt wurden. Der Teegarten, der den Rohtee für diesen Gyokuro liefert und nur etwa eine Fläche von 200 m² bedeckte, besteht ausschliesslich aus über 210 Jahre alten Pflanzen, die aus Samen gezüchtet wurden und nicht, wie die meisten Teepflanzen aus geklonten Setzlingen. Auch wurde er im Gegensatz zu anderen Gyokuros statt 21 Tage, 28 Tage beschattet. Ein Tee, den Sie einfach probieren müssen! Wir konnten insgesamt 9 Päckchen von diesem aussergewöhnlichen Tee für Sie erwerben. Anschließend bot uns Frau Ono einen kalt aufgegossenen Kabunomi Sencha an, einem Halbschattentee. Auch von diesem frischen, leichten und sommerlichen Tee haben wir für Sie einige Päckchen einkaufen können.
Als letzten Tee probierten wir mit Frau Ono einen Sencha Shiga-ken, einem wunderbar milden, runden Sencha aus der Shiga Präfektur. Beim Öffnen der Teepackung schlug uns ein atemberaubend frischer Duft entgegen und als er für uns aufgegossen wurde, begeisterte er uns durch sein ausgereiftes Aroma und seine Spritzigkeit. Auch von diesem Tee konnten wir für Sie einen kleine Menge sichern.
Nach einem kurzen Mittagessen mit der Familie Ono ging es direkt zum Bahnhof, da wir eine Verabredung mit dem in Japan sehr bekannten Teemeister Tatsuo Takemura in Sumizome, einem Vorort von Kyoto hatten. Herr Takemura und seine Mutter führten für uns zu Beginn eine traditionelle Sencha Teezeremonie durch, bei der für uns der Shiga-Ken Sencha aufgegossen wurde.

Anschließend wurden für uns Guricha aufgegossen, ein japanischer Grüntee, der im Gegensatz zur in Japan üblichen Teeherstellung nicht gedämpft, sondern wie die chinesischen Tees in Pfannen geröstet wurde. Dadurch wird der Tee im Aufguss leichter und fruchtiger.
Eine Spezialität von Meister Takemura ist der ganz langsam und mit niedriger Temperatur gerösteter Kukicha Hojicha, der uns sofort begeistert hat. Noch nie wurde uns ein so runder, aromatischer, ausgereifter Kukicha serviert, der sich so stark von jedem Kukicha oder Hojicha unterscheidet, den wir jemals verkostet haben. Das was uns am meisten faszinierte war die Tatsache, das sich der Tee essen lies, wie Popkorn.
Wir alle, die wir an der Teeschulung teilnahmen, fingen an, immer wieder in die Schale mit den Kukis zu greifen und sie mit Genuß zu knabbern. Wenn wir wieder zurück sind, werden Sie die Gelegenheit haben, sich selbst von der Qualität dieses Ausnahme Kukichas zu überzeugen, der sogar in zahlreichen japanischen Teefachmagazinen gelobt und angepriesen wurde. Einige Päckchen dieses wunderbaren Tees reisen mit uns zurück nach Deutschland.
Gute Nacht wünschen Marcus Pichl und Werner Mehrten
Aktualisiert (Montag, den 10. Oktober 2011 um 17:46 Uhr)
Japan Reise 24.06.2010
Nachdem wir letzte Nacht bis weit nach Mitternacht am Reisebericht gebastelt haben, war es für uns eine kurze Nacht. Um 8:56 ging es los und wir fuhren eine halbe Stunde mit dem berühmten Shinkansen (schnellster Zug Japans) von Kyoto nach Nagoya wo wir auf eine andere Bahn umgestiegen sind und nochmals eineinhalb Stunden zu dem Ort Taki, der im Distrikt Mie liegt.
Besuchten die Familie Hayaschi die seit 1978 Ihren Teegarten biologisch bewirtschaftet und den Namen„ Yamarin“ trägt, das übersetzt Bergwald heißt und die Atmosphäre der Umgebung widerspiegelt. Angebaut wird hier neben der Asazuyu, Jabukita und Sayamakaori Pflanzen auch die Zairaichu, eine alte Ursprungspflanze aus der die Japanischen Varianten gezüchtet wurden was den Tees eine besonders feine Note verleiht.

Unser beliebter Karigane 0J06, hat dank der Beimischung dieser alten Pflanze seine besonders milde und feine Geschmacksnote. Auch der Mie Sencha 0J16 und Mie Tokujou Sencha 0J24 wird aus diesen Pflanzen gemischt um einen feinen Charakter zu bekommen.
Bei einer Teeschulung und Teeverkostung im Wohnzimmer der Familie lernten wir die Besonderheiten der Verarbeitung und die verschiedenen produzierten Tees der Familie.
Als Erfrischung am diesem warmen sonnigen Tag kamen wir in den Genuss eines Mizudashi, eine Teevariante die Dank der Beimischung von Taberucha (Pulvertee) mit kalten Wasser aufgegossen wird und mit ein paar Eiswürfeln eine fantastische Erfrischung für uns war. Nachdem dieser Tee in Teebeuteln gefüllt ist, eine einfache und Bequeme Art einen Grünen Eistee servieren zu können.

In der kleinen Teefabrik, konnten wir die Herstellung der Sencha Tees verfolgen.
Mir fiel gleich auf, dass hier noch 2 Arbeitsschritte eingefügt worden sind, die sonst in anderen Teefabriken nicht zu finden waren. Um die Qualität und die Feinheit des Geschmacks zu erhöhen, werden die Teeblätter nach dem Dämpfen in 2 zusätzlichen Rollmaschinen bearbeitet, bei dem in der einen die Äußere Feuchtigkeit des Teeblatts verringert wird und anschließend in der 2. Maschine die innere Feuchtigkeit reduziert. Ein zusätzlicher Arbeitsaufwand, der sich aber lohnt.
Gedüngt wird nur mit Biologischen Mitteln, z.B. Reste von der Verarbeitung von Bio Raps und mit Kompost der selbst produziert wird.
Auch die Endverarbeitung findet hier statt, um zu gewährleisten, dass der Tee in den Tüten nicht vermischt wird und wir die Sicherheit haben, dass der Tee den wir im Laden anbieten auch 100 %tig von hier ist.

Nach einem Mittagessen bei der Familie machten wir einen Spaziergang durch die Teegärten und konnten eintauchen in die Schönheit der Landschaft.
Am Spätnachmittag fuhren wir dann erst im langsamen Regionalexpress und dann im Shinkansen, in dem man wie auf Wolken dahinschwebt zurück nach Kyoto.
Morgen dürfen wir einer Teezeremonie beiwohnen und am Spätnachmittag geht es dann mit dem Shinkansen nach Kagoshima.
Eine gute Nacht Ihre beiden Reisenden Werner Merten und Markus Pichl.
Aktualisiert (Montag, den 10. Oktober 2011 um 17:49 Uhr)
Japan Reise 25.06.2010
Der heutige Tag begann mit einem Spaziergang zum Teehaus En, der uns durch einen großen Teil Kyotos führte. Nach ca. 1Std bei 27°C und sehr hoher Luftfeuchtigkeit kamen wir in dem in einer kleinen Gasse gelegenen Teehaus an.
Wir wurden herzlich in dem von der Teemeisterin, eingerichteten und gestalteten Teehaus begrüßt.
Hierbei hat Sie sich sehr auf die Strenge und Einfachheit, nach der Lehre der Teeschule Urasenke, gerichtet. Die Schlichtheit des Raumes wird durch erdige Farben dominiert und verbreitet dadurch Ruhe und Harmonie.

Eine vollständige Teezeremonie dauert ca. 4-5 Std. hierbei wird am Anfang Sake gereicht, Essen serviert und die Zubereitung des Tees ist die Krönung des ganzen. Als erstes wird dicker Matcha (Koicha) und dünner Matcha (Usucha) gereicht.
Wir waren nicht nur stille Teilnehmer der Teezeremonie, sondern wurden unterwiesen wie sich ein Gast dabei zu verhalten hat. Es wurden viele Einzelheiten erklärt, wie z.B. die entgegennahmen der Teeschale, die Weitergabe an den Nachbar, die Verwendung, Platzierung der Süßigkeit und der Teeschale.

Heute war für uns ein großer Reise Tag denn wird mussten ca. 800 km in verschiedenen Zügen zurück legen, um von Kyoto nach 7Std. in Kagoshima anzukommen.
Morgen fahren wir Richtung Saga, von wo unser Tamaryakucha Gold stammt.
Ihre Teereisenden Werner Merten und Markus Pichl
Aktualisiert (Montag, den 10. Oktober 2011 um 17:01 Uhr)
Japan Reise 26.06.2010
7:oo Uhr es klingelt der Wecker im Handy und noch ganz verschlafen stellten wir fest, es regnet und regnet. Hoffnung stirbt ja zuletzt und wir müssten 3 Std. mit dem Zug inkl. 3x umsteigen nach Saga fahren. In der Zeit könnte sich ja noch das Wetter bessern. Während der Zugfahrten goss es in Strömen und auch als wir angekommen waren regnete es immer noch. Der Teebauer und sein Sohn haben uns schon erwartet. Als erstes wurde uns ein kleines onzen, das die Größe eines kleinen Teiches hatte, in dem man seine Füße wärmen kann. Anschließend ging es auf den ca. 50 km von Saga entfernten Teegarten.
Die Familie stellt seit mehreren Jahren Feld für Feld auf Bio-Anbau um was mit vielen Schwierigkeiten und hohen Anstrengungen verbunden ist. Ca. 4 ha stehen für den Teeanbau zur Verfügung. Die Felder liegen wunderschön in der hügeligen Landschaft die durch ihr üppiges Grün trotz dunkler Regenwolken eine Stimmung verbreitete, wo man gar nicht mehr weg wollte. Auch Buddha hatte Erbarmen mit uns, denn immer wenn wir aus dem Auto gestiegen sind, hörte es auf zu Regnen, wir waren anscheinend bisher sehr brav.

In der Teefabrik durften wir die neue Ernte von dem Tamaryokucha Gold probieren, auf den wir in Deutschland schon warten und der in ca. 4 Wochen bei uns eintreffen wird. Ich war wieder ganz hin und weg von, dem tiefen grünen Geschmack und der weichen samtigen Note auf der Zunge. Tamayokucha (Jade) (grüner Tee).
Diesem Namen wird er mehr als gerecht. Hier haben wir auch erfahren, was ihn so besonders macht: Bei der Verarbeitung wird der letzte Rollvorgang weggelassen, deshalb ist das Blatt auch nicht so nadelig und der samtweiche Charakter kommt von der Mischung der Teeblätter, 80 % Saemidori- und 20 % Yabukita- Pflanze und vereint so die Süße und die tiefe dieser beiden Teebüsche. Dadurch dass er ein Fuka Tee ist, (länger bedampft) hat er auch nur eine ganz geringe Bitterkeit.
Eine ganz neue Erfahrung durften wir geschmacklich mit einem Japanischen Schwarztee sammeln. Verwendet wird die Kanayamidori Pflanze, Kanaya steht für den Ursprungsort der Pflanze, der sehr selten Produziert wird und in Deutschland so gut wie nicht erhältlich ist. In der Tasse hat er einen charakteristischen feinen Schwarztee-Geruch der an einen kräftigen Ceylontee erinnert, farblich ähnelt er einem Kenia Tee, Geschmacklich ist er kräftig mit einer leicht herben Tasse. Eine echte Bereicherung für unseren Anspruch Ihnen Teespezialitäten aus aller Welt anbieten zu können. Wir sind dran und hoffen diesen Tee bald bei uns anbieten zu können.
Die Zeit vergeht wieder wie im Fluge und wir haben ja noch 3 Std. Rückfahrt vor uns. Wir stiegen in den Zug und sofort öffneten sich wieder die Himmelsschleußen, die jetzt durch unseren Aufenthalt sehr gut gefüllt waren. Danke !
Ihre Reisenden Werner Merten und Markus Pichl
Aktualisiert (Montag, den 10. Oktober 2011 um 16:49 Uhr)
Japan Reise 27.06.2010
Heute Morgen als ich aufwachte passierte etwas wunderbares, die Sonne schien im mein Zimmer. Wir hatten zwar bisher großes Glück dass trotz wolkenverhangenen Himmels, immer wenn wir zu Fuß unterwegs waren, kein Regen fiel, aber Sonnenschein in der Regenzeit ist natürlich schon super. Die Temperatur liegt jedoch egal ob Regen oder nicht bei angenehmen 25°-29° C. Nach dem Frühstück hatten wir etwas Zeit um Kagoshima zu erkunden denn unser Zug ging erst um 11:00 Uhr. Der Kirishima Express führte uns die Küste entlang nach Norden in die Provinz Kirishima. Heute stand mal kein Tee auf dem Programm, sondern ein Keramik Meister in Kirishima, das ca. 1 Std. von Kagoshima entfernt liegt.
Wir durften den Meister bei der Arbeit zusehen, die so leicht aussieht aber großes können verlangt. Ein paar handgemachte Matcha-Schalen haben wir schon von ihm aber einmal bei ihm in der Werkstatt zu sein und mitzuerleben wie die Kunstwerke entstehen ist was Besonderes. Der Keramik Meister lebt in einer wundervollen Gegend, satte grüne Wälder die in Nebel getaucht sind. Von dieser Landschaft wird er auch inspiriert, was sich in seinen Werken wiederfindet. Der graue Himmel, dass dunkle Grün, die Erde, die Steine alles sehen wir in seinen Werken.
Wir waren so begeistert, dass wir gleich ein paar Matcha-Schalen eingekauft haben die Sie nach unserer Rückkehr im Geschäft sehen können. Alles sind Unikate die 2 x. bei ca. 1280°C gebrannt werden. Die Rezepturen der Farben sind natürlich ein Geheimnis des Meisters, wie auch der Brennofen der von ihm persönlich entworfen wurde.
Wir verbrachten den ganzen Nachmittag mit ihm. Er zeigte uns die Umgebung und fuhr mit uns zu einem alten Schrein (Tempel) der auf einem Berg mitten im Wald steht. Wie immer war die Zeit viel zu kurz und es ging wieder zurück nach Kagoshima. Morgen müssen wir früh raus denn wir fahren nach Miyazaki.
Bis dann Ihre Reisenden Werner Merten und Markus Pichl
Aktualisiert (Montag, den 10. Oktober 2011 um 17:00 Uhr)
Japan Reise 28.06.2010
Am Morgen lachte wieder die Sonne in das Zimmer was schon auf einen guten Tag schließen ließ. Heute ging es ca. 2.Std mit dem Zug nach Miyazaki, durch den im Süden der japanischen Hauptinsel Kyushu gelegenen Kirishima-Yaku-Nationalpark. Aus dem Zugfenster sehen wir ein sattes dunkles grün von nicht enden wollenden dichten Laub und Nadelwald.  Wir besuchen heute die Teeplantage Morimoto, von der unser Miyazaki Tokujou ("Toku" bedeutet besonders und "jou", gut) stammt. Angekommen in der Miyazaki, wurden wir von der Familie Morimoto herzlichst empfangen. Die Familie besitzt 12 Teegärten und sie verwenden 6 verschiedene Teepflanzen für den Anbau. Zuerst ging es zu einem Teegarten, der auf einem Hügel im Wald liegt. Die Familie betreibt ausschließlich und aus Überzeugung Bio Anbau. Sie verwenden dabei nur organischen Dünger, der auch aus Bio-Anbau kommt. Auch die umliegenden Teegärten folgen dieser Philosophie.
Im Teegarten sind uns sofort die vielen kleinen Spinnen aufgefallen. Sie sorgen dafür dass die Schädlinge auf natürliche Art bekämpft werden. Auch die Fauna und Flora im Umkreis des Gartens profitiert davon, denn die Vögel leben von den Insekten und die Bäume rundherum wachsen prachtvoll in sattem Grün. Herr Morimoto erklärte uns, dass er keine Netze zum Abdecken der Teebüsche verwendet. Diese sind aus Kunststoff welchen er nicht auf seine Pflanzen legen möchte und die alte Methode mit Reisstroh abzudecken ist zu aufwendig. Die Teepflanzen gedeihen in der Sonne von Miyazaki prächtig und so kann er darauf verzichten. Es gibt keine künstliche Bewässerung nur der Regen sorgt für ausreichend Feuchtigkeit. Hier merkt man mit welcher Überzeugung die Familie den Bio-Anbau betreibt. Durch die viele Sonne werden in Teepflanzen mehr Tannine gebildet. Von diesem Feld stammt auch unser Miyazaki Tokujou.
Aus dem angrenzenden Waldstück wurde auch das Holz für den Bau des neuen Hauses der Familie verwendet, das wir bei unserem Besuch bewundert konnten. Die Wärme und Harmonie des Holzhauses, in dem sich auch die Verbundenheit zur Natur bemerkbar machte, gingen sofort auf uns über dass wir am liebsten dort geblieben wären. In dieser gemütlichen Atmosphäre machten wir uns ans Tee probieren.
Als Erstes erfrischte uns ein köstlicher Morimoto Matcha, der einfach mit kaltem Wasser und Eiswürfeln im Mixer zubereitet wurde. Was sehr wohltuend bei den hohen Temperaturen von 31°C war. Diese Köstlichkeit können sie auch bei uns probieren, da wir ihn einfliegen lassen. Mit Frau und Herr Morimoto machten wir uns dann an das blenden von Tee. Wir probierten verschiedene Mischungen von Kanayamidori und Okumidori, um das beste Mischungsverhältnis für einen Tee heraus zu finden. Das Ergebnis ist ein toller wohlschmeckender zarter japanischer Sencha, mit nur zartherber Note. Diese Eigenkreation haben wir zusammen „Morimoto-Sencha“ getauft und werden ihn in 8 bis 12 Wochen anbieten können, da der Tee per Schiff versendet wird. Ein weiterer Tee war der Morimoto Houjicha, dieser ist nur leicht angeröstet. Hierbei werden zusätzlich Stängel hinzu gefügt um die Teeblätter beim Rösten zu schonen. Dadurch ist er bedeutend milder als normaler Houjicha. Auch dieser Tee kommt mit dem Schiff und Sie können Ihn dann probieren.
Bei einem anschließenden Sparziergang durch die um das Haus liegenden Teegärten konnten wir die einzelnen Teepflanzen wie Oku-Midori, Saimidori, Yukatamidori, Benifuki ( Ein von der Assampflanze abstammender Hybride der einen hohen Catechin-Gehalt hat) und Kanayamidori sehen. Viel dazugelernt haben wir auch über den Teeanbau, der uns ausführlich erklärt wurde. In Produktionsbereich konnten wir dann sehen wie unser Catechin Tee (Pulvertee aus der Benifuki-Pflanze) hergestellt wird. Der fertige Tee wird bis zu 40 Stunden in einer Trommel mit Keramik kugeln zermahlen. Die Technik dafür stammt übrigends aus Deutschland.
Die Zeit verging wieder im Fluge und so mussten wir Abschied nehmen mit kräftigen Winken am Bahnhof bevor wir in den Zug zurück nach Kagoshima stiegen.
Ihre Reisenden Werner Merten und Markus Pichl
Aktualisiert (Montag, den 10. Oktober 2011 um 17:00 Uhr)
Japan Reise 29.06.2010
Am Morgen lachte zwar wieder die Sonne in mein Fenster, jedoch auf der 30min Fahrt mit dem Shinkansen wurde es immer dunkler und als wir in der Stadt Minamata gelegen in der Präfektur Kumamoto ankamen, regnete es in Strömen und hörte den ganzen Tag nicht mehr auf.
Trotzdem stand auf dem heutigen Programm der Teegarten „Sakura No“ was übersetzt „Kirschfeld“ bedeutet. Die Familie Matzumoto betreibt bereits in der 4. Generation seit 1928 Ihren Teegarten. Angebaut wird auch hier biologisch, wobei ein Teil des insgesamt 3 ha großen zur Verfügung stehen Fläche sozusagen „naturell“ bewirtschaftet wird, d. h. der Natur wir freien Lauf gelassen und es wird auch nicht mit Bio-Dünger oder Bio-Strafmitteln gearbeitet. Die Pflanzen wachsen dadurch zwar viel langsamer aber so natürlich wie möglich.
Auf einer sehr schmalen und extrem kurvigen Straße ging es in die wolkenverhangenen Berge zu einem Ihrer Teefelder das auf 400m. Höhe liegt. Von diesem mit der Yabukita bepflanzten Teefeld kommt der „Sakura Sencha“
Eine Mischung aus Kabusecha (Halbschatten) und Sencha (unbeschattet).

Die neue Ernte dieser Köstlichkeit konnten wir in Ihrem sehr traditionellen Japanischen Haus umgeben von üppigen Pflanzen und Bäumen probieren. Gegenüber gestern ein neues Highlight dieser Reise, denn in einem so klassischen Japanhaus waren wir noch nie. Der Sakura Sencha ist sehr mild und besitzt trotzdem tiefe, dass wir uns entschlossen haben, diesen Tee in unser Sortiment aufzunehmen.
Anschließend probierten wir auch einen Kama-iri-cha. Der nicht gedämpft, sondern nach Chinesischer Art mit trockener Hitze hergestellt wird. Er besitzt eine ausgeprägte nussige Note und wird aus 83 Jahre alten Zairaishu Teebüschen die noch aus Samen gezogen wurden hergestellt.
Diese alten Teebüsche können bis zu 200 Jahre gute Qualitäten liefern, wogegen die sehr verbreitete Züchtung der Yabukita Pflanze nach 30 bis 40 Jahren ausgewechselt wird, da die Qualität dann sehr abfällt.
Bei der Besichtigung der kleinen Teefabrik der Familie konnten wir dann erstmals die dafür verwendete Maschine sehen. Die Teeblätter werden hier für ca. 20 Sek. Trockner Hitze ausgesetzt, ähnlich wie bei den Chinesischen Pan Tees und dann wie die Sencha Tees weiterverarbeitet. Der normale Sencha wäre gedämpft worden. Dadurch erhält dieser Tee seine nussige Note, wie unser Ureshino Cha (0J04).
Bei der Vermehrung der Teebüschen setzt die Familie auf Teesamen, die aber erst im Jahr nach der Blüte ausgebildet werden.
Zurück im Haus, führte Herr Matzumoto uns zwei Arten der Zubereitung vor, wenn man den Tee milder und süßer haben möchte. Als erstes hat er die Teeblätter in die Kanne gegeben, dann mit kalten Wasser bedeckt und ca. 3 Sek. gewartet bis sich die Teeblätter vollgesogen haben. Erst dann goss er mit 70°C heißem Wasser die Kanne voll. Nach weiteren 3-5 Sek. Verteilte er den Tee in die Tassen. Möchte man einen kalten Tee, so werden die Teeblätter mit etwas 70°C heißem Wasser bedeckt, auch hier wartete er ca. 3 Sek. und goss dann mit kaltem Wasser die Kanne voll. Das Ergebnis war in beiden Fällen ob warmer oder kalter Tee, ein milder, leicht süßer aber nicht bitterer Geschmack. Interessant!
Auch dieser Tag verging wieder sehr schnell und morgen sehr zeitig, geht es bereits nach Osaka. Also wieder 7-8 Std. Zugfahrt. Am Donnerstag werden wir in Osaka dann etwas shoppen und hoffen ein paar Gegenstände für unsere Ladendeko zu finden. Am Freitag geht es dann über Peking schon wieder zurück nach München. Wir waren auf einer Interessanten Reise und haben sehr viel dazugelernt.
An dieser Stelle möchten wir uns auch bei der Fa. Marimo Teeraum herzlich bedanken. Die für uns diese Reise erst möglich gemacht haben, Dietmar Segl für seine hervorragenden Übersetzungen die viel Geduld mit uns gekostet hat, besonders durch meine vielen Fragen. Tobias Rösch der immer im Hintergrund für unser Weiterkommen viel Zeit aufgewendet hat.
Wir freuen uns schon auf die nächste Teereise Ihre Reisenden Werner Merten und Markus Pichl Aktualisiert (Montag, den 10. Oktober 2011 um 16:43 Uhr)
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