China Teereise - Dienstag 02.05.2014


Meine erste Reise in diesem Jahr führt mit nach China in die Provinz Yunnan nach Pu er (Simao)
Die Anreise dauert 1 1/2 Tage. Das gibt wieder gutes Sitzfleisch im Flugzeug.
Am Freitag 02.Mai 2014 um 14:10 Uhr geht es in München los, erst nach Amsterdam, von dort 9:10 Std. nach Beijing (Peking) wo wir in der Früh um 8:55 Uhr ankommen. Dort heißt es dann erst mal Immigration, Koffer holen, wieder einchecken und dafür haben wir 4 Std. Zeit, denn unser nächster Flug geht um 12:55 Uhr in Beijing ab und wir fliegen erst mal nach Kunming, müssen dort wieder umsteigen und die letzte Etappe geht dann von Kunming nach Pu er (Simao) wo wir um ca. 18:50 Uhr ankommen. Dann waren wir 1 1/2 Tage unterwegs.

Unsere Chinesischen Gastgeber, soviel hab ich schon mal erfahren können, haben uns in einem sehr schönen Hotel in Pu er untergebracht. Leider hat man ja nie wirklich etwas von einem super schönen Hotel auf den Teereisen, da man den ganzen Tag unterwegs ist und meiner einer dann am Abend oder in der Nacht im Zimmer Fotos sortiert und meinen Reiseblog verfasse. Es wird sicher wieder spannend, da wir 3 Bio Plantagen besuchen werden, von denen wir dann auch Tee`s in unserem Sortiment aufnehmen wollen.
Es wird sich um Schwarze Tees handeln, evtl. kommt auch ein Plantagen Pu'er Tee dazu, mal schauen.
Auf der letzten Reise China April 2013 war ich ja schon mal in Yunnan, da haben wir kleine Teebauern besucht und Wild wachsende Teebäume. Diesmal bin ich auf Plantagen unterwegs, den Unterschied bei den Planzen, verarbeitung usw.. zu sehen ist für mich natürlich hochinteressant.

In meinem Reiseführer steht über die Stadt Pu'er nichts drin :-(
Also hier ein paar Informationen die ich über Wikipedia gefunden habe.

Pu'er (普洱市) ist eine bezirksfreie Stadt in der chinesischen Provinz Yunnan. Es handelt sich dabei um die ehemalige bezirksfreie Stadt Simao (思茅市), die am 21. Januar 2007 in Pu'er umbenannt wurde.
Bei dieser Gelegenheit wurden auch das Verwaltungszentrum (Stadtbezirk Cuiyun) in Stadtbezirk Simao und der Autonome Kreis Pu'er in Autonomer Kreis Ning'er umbenannt.
Ende 2004 lag die Bevölkerungszahl bei etwa 2,36 Millionen Menschen. Neben Han-Chinesen leben in Pu'er viele Angehörige ethnischer Minderheiten Chinas, vor allem Yi, Hani, Dai, Lahu und Va
Das Verwaltungsgebiet der Stadt Pu'er hat eine Gesamtfläche von 45.385 km². Es grenzt im Süden an Myanmar, Laos und Vietnam. Kunming, die Hauptstadt der Provinz Yunnan, liegt ungefähr 550 Kilometer von der Stadt Pu'er entfernt.

 

China Teereise - Samstag 03.05.2014

Wir sind gut in Beijing angekommen. Eigentlich wäre jetzt ja alles gut, wenn wir beim Weiterflug nicht über 1 Stunde auf dem Vorfeld gestanden wären und dadurch statt 3 1/2 jetzt fast 5 Stunden wieder im Flugzeug waren. Der Flug war etwas unruhig aber sonst ganz gut, in Kunming angekommen, hat jetzt aber unser Weiterflug über 2 Std. verspätung so dass wir erst um 20:00 Uhr Abends weiterkommen. Der Flug von Kunming nach Pu'er dauert Gott sei Dank nur so 40 min. Also werden wir erst um 22:00 Uhr im Hotel ankommen. Damit sind wir 27 Stunden unterwegs.

Flughafen Simao Pu'erEndlich in Yunnan in der Stadt Pu'er angekommen.












Wohl einer der ganz kleinen Flughäfen in China, dies ist die Ankunftshalle, mehr gibt es nicht, nur dieser eine Raum.


Und das ist das kleinste und kürzeste Gepäckband das ich bisher gesehen habe.















Das war aber dann eine sehr lange Anreise und wir werden ins Bett fallen. Morgen ist Sonntag und da werden wir nach jetzigen Stand erst am späten Vormittag ein Programm mit unseren Gastgebern haben. Also werden wir versuchen etwas auf eigene Faust Pu'er zu erkunden.
Aber erst mal abwarten, hier kann sich immer alles ganz schnell ändern.
Das Wetter verheist leider nichts gutes, für die nächsten Tage sind nur Gewitter angesagt. Ist natürlich besonders schlecht für Fotos oder meine Filme. Dafür ist es dann halt Autentisch, denn China sieht man eh fast immmer nur mit einer grauen Wolkendecke.
So jetzt bin ich dann aber fertig und wirklich reif fürs Bett.

Gute Nacht Ihr Teafreak Werner Merten


 

China Teereise - Sonntag 04.05.2014

Toll! Toll! Toll!
Die Sonne scheint, der Himmel ist zwar sehr Wolken verhangen aber es kommt immer mehr die Sonne durch und die Temperatur steigt merklich an. Am Tag sollen es so um die 27° bis 30° C werden.
Inzwischen hab ich auch noch mehr Info zu dem Namen der Stadt. Pu'er ist eigentlich ein Dorf in der Nähe, die Stadt hat vorher "Simao" geheissen, wobei der Flughafen aber immer noch so heist. Durch die Popularität von Pu'er Tee wurde die Stadt umbenannt in Pu'er Stadt.




Um 11:30 Uhr werden wir abgeholt von Herrn Young Wu -Export manager- der ein hervorragendes Englisch spricht (rechts)
und Herrn SonSon Li -Vice general manager- der kein English versteht (links mit Handy).
Unsere erste Stadion ist das noch im Ausbau befindliche Teegeschäft der Firma (rechtes Bild).

















Hier entsteht nicht nur ein Teegeschäft sondern ein Tee Haus, mit mehreren Räumen im 1 Stock wo Tee ganz traditionell angeboten wird. Jeder Raum hat einen anderen Charakter. Da werde ich richtig neidisch, aber in München wäre so etwas nicht durchführbar. Schade !

Mittagessen:

















Mal wieder richtig Autentisch in ein kleines Restaurant neben der Straße.

Und jetzt wurde das Wetter so richtig toll, die Sonne gewann immer mehr an Oberhand und es wurde auch richtig warm. Die Befürchtung dass wir im Regen durch die Teeplantage müssen, hat sich nicht bewahrheitet. Der Wetterdienst im Netz hatte unrecht.

Und hier nun die Bilder einer einfach ganz toll gepflegten und einmaligen Bio-Plantage in China. So etwas sieht man wirklich so gut wie nie.


Der Dongzhai Teegarten liegt in der chinesischen Provinz Yunnan, in der Nähe der Stadt Pu Erh City, in den Wuliang Bergen, auf einer durchschnittlichen Höhe von etwa 1500 Metern. Vor einigen Jahren war dort wo heute Tee wächst noch Wald. Nachdem der Wald gerodet war, hat der Besitzer vor wenigen Jahren begonnen, Tee zu pflanzen und den Garten ökologisch und mit sozialer Verantwortung zu bewirtschaften. Das erforderte hohe Investitionen und erst jetzt kann nach der ersten Wachstumsphase etwas Tee geerntet werden.


Die Teebüsche sind erst wenige Jahre alt und bringen noch keinen vollen Ertrag. Da es sich um eine ursprüngliche Waldgegend handelt, gab es auch keine Teebauern. Das Garden-Management hat dann für China und weltweit das außergewöhnliche Projekt entwickelt, trotz großer Landflucht junge Paare mit Kindern dort anzusiedeln.

 















Da junge Chinesen nicht mehr auf dem Land arbeiten und leben wollen, mussten Anreize geschaffen werden: Das Garden-Management hat Häuser gebaut in denen die Familien leben und hat die Familien ausgebildet. Jede Familie erhält exklusiv eine Teefläche, welche sie betreut. Jeder Arbeitsschritt, wie z.B. Unkraut jäten, Kompost ausbringen oder Schädlinge sammeln wird einzeln vom Garden-Management bezahlt. Die Bezahlung ist mehr als überdurchschnittlich und dem modernen China angepasst. Diese Bauern pflücken zudem nach bestimmten Vorgaben des Garden-Managements auch den Tee (z.B. nur die Knospe, eine Knospe und das jüngste Blatt, die Knospe und 2 junge Blätter oder das jüngste Blatt ohne Knospe usw.).

 















Für das Pflücken der Knospe oder nur des jüngsten Blattes, erhalten die Bauern eine bessere Bezahlung, als für das Pflücken einer Knospe und den zwei jüngsten Blättern. Im Anschluss an das Pflücken verarbeiten diese Bauern auch den Tee in der vom Garden-Management zur Verfügung gestellten Teefabrik. Die Bauern machen also alles selbst, von der Umsetzung des ökologischen Anbauprozesses bis hin zur Verpackung des fertigen Tees. So produzieren sie ihren eigenen Tee, während das Farmmanagement Knowhow, Material, Räume und Anforderungen stellt. Derzeit wird dort nur auf Auftrag produziert. Um einen solchen nachhaltigen Teegarten wirtschaftlich zu gestalten, kann nur hochwertiger Tee hergestellt werden, welcher hohe Preise erzielen kann. Deshalb wird ausschließlich handgepflückter und überwiegend handverarbeiteter Tee hergestellt, der im chinesischen Markt etwa das Zehnfache des Preises als im Export erzielt. Lediglich die Mengen, die im chinesischen Markt nicht abgesetzt werden können, werden exportiert. Dieser Teegarten ist in allen Belangen hervorragend und einzigartig. Man kann das ökosoziale Herzblut des Gründers und Besitzers in allen Bereichen dieses Tee Gartens fühlen.

 















Das Meer von blauen und gelben Schildern dient zur Abwehr von Insekten. Die Schilder sind mit einem Klebstoff beschichtet damit die Insekten haften bleiben. Die einen Insekten werden von blau angezogen, die anderen von der Farbe gelb. Auch die hier vielen freilaufenden Hühner gehören zum Nachhaltigen-Bio-Konzept. Sie picken wiederum andere Schädlinge auf.

 















Ein schwarz gelber Wurm gehört zu der ganz bösen Sorte und deshalb sammeln ihn die Pflücker während der Pflückung ein, die Firma zahlt für jeden Wurm extra der gefunden wurde.

Auf der Suche nach neuen Bio-Tees im High Qualiti Bereich bin ich auch fündig geworden.
Freuen Sie sich schon auf ein paar neue Tees, von denen wir bereits in den nächsten Wochen die Lieferung erhalten und Sie die Tees dann gleich probieren können.

 















(Bild links) Absolut Top ist der weiße Moonlight Tea, der Name kommt von dem dunklen Blatt (der Mond) und die fast weiße Knospe (das Licht). Dieser Tee hat ein einmaliges Aroma, muss man probiert haben.
(Bild rechts) Typischer High Tippy Yunnan Tee mit dem Honig-Aroma, endlich mal ein richtiger Yunnan Tee aus Yunnan der die besonderen typischen Aromen aufzeigt.


Zwei weitere Tees sind:
(Links) 1. der White Snow Dragon, ein in sich gerolltes Blatt, der einen ganz samtenen weichen Geschmack entfaltet. Toll im Glas dem Öffnen der Blätter zuzuschauen.
(Rechts) 2. Green Jade Snail - Ein handgerollter feiner, leicht fruchtig Grüner Tee
Beide sind in kürze Verfügbar.

Mit Bildern vom Abendessen, dass wieder ganz Landestypisch war und wir im freien genießen konnten, verabscheide ich mich für heute, es ist schon wieder gleich Mitternacht und wir werden morgen um 7:20 Uhr bereits abgeholt, da wir uns die Produktion von gelben Tee anschauen und miterleben können. Auch steht die Produktion von Pu'er Tee auf dem Programm also wieder ein spannendes Programm.




Wenn ich bedenke dass das heute eigentlich der erste Tag hier war, kommt es mir mal wieder schon länger vor,
weil wir soviel schon wieder erleben durften.


Gute Nacht Ihr Teafreak
Werner Merten




 

China Teereise - Montag 05.05.2014

Heute war der reine Wahnsinn, soviel Information haben wir noch nie an einem Tag bekommen, der Kopf ist so voll nach 13 Stunden intensiver Aufnahme von Teeinformationen.
Aber ich fang am besten ganz vorne an.
Als um 6:30 Uhr mein Wecker klingelte, hätt ich eigentlich noch weiter schlafen können, aber es nutzte ja nichts, um 7:20 Uhr wartete ja schon der Fahrer auf uns. Frühstücken war also nicht drin.
Das tollste aber heute Morgen: blauer Himmel und Sonnenschein, besser kann es gar nicht sein.


Der Fahrer wartete schon und so ging es dann auch pünktlich los in die Teefabrik. Denn heute konnten wir die Produktion von unserem demnächst neuen "White Snow Dragon" Grüntee miterleben.
Egentlich werden aus den Teeblättern die für diesen Tee verwendet werden Weiße Tees produziert aber genau dass ich auch schon wieder das besondere, der Tee wird wie ein Grüntee verarbeitet.
Der Tee besteht nur aus der Blattknospe und einem Blatt, das Welken dauert 7 - 8 Std, also über Nacht, jetzt in der Früh werden die gewelkten Blätter wie ein Senchatee ca. 1 Min. gedämpft, damit die Enzyme inaktiviert werden.
Anschließend müssen sie abkühlen und es geht in beheizte Becken, wo jetzt viel Handarbeit gefordert ist, denn die Blätter werden geknetet was der Formgebung dient und zu Kugeln geformt. Von unten kommt ständig heiße Luft durch die Löcher. Anschließend werden die Blätter dann wieder gelockert um erneut gerollt und zu Kugeln geformt.









Dieser Vorgang wird 10 mal wiederholt und am Schluß verteilt man die Blätter auf der Fläche und lässt sie trocknen. Nach ca 1 Stunde und einer Temperatur von ca 100° C haben sie nur noch ca. 8 % Feuchtigkeit.



Jetzt werden die Blätter auf Bambustellern noch geschüttelt um die feinen Teile auszusieben. Verpacken fertig.



Das Ergebnis ist ein Grüntee mit einem Charakter der die Eigenschaften von Weißen Tees mit trägt.
Ich freue mich schon sehr wenn er in den nächsten Wochen bei uns eintrifft.

Zwischendrin sind wir zur einer Abwiegestation oder man könnte diese auch Ankaufstelle nennen, von denen es über die Plantage mehrere gibt. Nachdem die Familien die zur Gruppe der "Dai" gehören und hier angesiedelt wurden, jeweils selbst für einen bestimmten Teil an Fläche verantwortlich ist, die Fläche wird von der Firma zur Verfügung gestellt, arbeiten diese auf Selbstständiger Basis und die Firma kauft Ihnen die geernteten Teeblätter ab. An einem Vormittag können so im Moment ca 3 kg Blätter zusammenkommen.





Es werden hier 2 Unterschiedliche Teepflanzen angebaut, die Nr. 10 und die Nr. 100. Die eine hat dickere und fleischigere Blätter und ist auch viel härter (links), die andere hat kleinere und weichere Blätter (rechts).
Je nachdem welcher Tee produziert wird, verwendet man die entsprechenden Blätter. Hier werden sie deshalb auch separat aufgenommen.



Auf einer großen Tafel ist erläutert, für welches Pflückgut man wieviel bekommt. Für nur die Knospen ist der Preis natürlich am höchsten. So verdient eine Familie hier über den Durchschnitt und die Firma hat dadurch auch keine Probleme, Familien zu finden, wo andern Orts die Leute in die Stadt ziehen weil man dort mehr verdient. Das System funktioniert und es funktioniert besonders deshalb weil kein billigen Tees, sondern richtige Qualitätstees produziert werden, für dann natürlich auch mehr bezahlt, bzw. verdient wird.
So ist hier jedem geholfen und das ganze ist so erfolgreich, dass im Moment eine größere Fabrik gebaut wird. Hier wird also nicht nur etwas für die Umwelt getan sondern auch für die Menschen die hier Leben.




Wir haben so heute 7 verschiedene Tees durchgemacht und genau erklären lassen wie die einzelnen Verarbeitungsschritte statt finden. Diese alle hier aufzuzählen ist leider unmöglich, dann sitz ich morgen Früh immer noch hier.
Soviel an einem Tag gelernt habe ich noch nie.
Was ich aber doch noch erzählen möchte ist die Produktion von gelben Tee, um den immer ein kleines Geheimnis schwebt, da keiner so recht weiß wie der Tee produziert wird.
Wir werden demnächst auch von hier einen gelben Tee der dann wirklich nachweislich aus Yunnan, von diesem Teegarten kommt.

Nachdem Pflücken der Teeblätter werden diese wie bei einem schwarzen Tee ca. 10 - 12 Std. gewelkt wobei die Blätter bis zu 30% an Feuchtigkeit verlieren.





Anschließend kommen sie in die Rollmaschinen wo sie anfangs nur mit leichten Druck der dann langsam erhöht wird ca. 15-20 min gerollt.






Danach werden Sie über eine Maschine aufgelockert und kommen in einen Korb wo die Blätter jetzt für 1-2 Stunden fermentieren und einen Fermentationsgrad von ca. 10 % bekommen.







In einer Rüttelmaschine bekommen sie jetzt noch Ihre Form.



In einem großen Trockner werden die Blätter oben auf Klappen gelegt und dann Stufe für Stufe nach unten transportiert. Dafür öffnen sich die Klappen und die Blätter fallen eine Etage weiter runter, dann öffnet man die Nächste und so weiter.
Bis die Blätter von oben nach unten wandern, vergehen beim ersten Durchgang 30 min bei einer Innentemperatur im Klappenofen von ca. 120° C.





Bevor die Blätter nochmal in den Klappenofen kommen, werden sie zum Abkühlen ausgebreitet.
Der zweite Durchgang dauert dann 1 Std. aber nur noch bei 90° C.



Die fertigen Blätter sind sehr groß und haben eine gelbliche Farbe angenommen.



In der Tasse hat der gelbe Tee dann eine schöne helle gelbe Farbe. (mittlere Tasse)



Ich verabschiede mich für heute von Ihnen, nachdem ich den Bericht leider 2 mal schreiben musste da kurz bevor ich fertig war, das Bild verschwunden war und leider auch meine Einträge und so ist es jetzt schon wieder weit nach Mitternacht und ich falle ins Bett.
Zum Schluß noch ein Bild von dem Vorarbeiter der uns alles sehr geduldig erklärt hat und von mir ein Lebkuchenherz aus München bekommen hat.



Gute Nacht
Ihr Teefreak Werner Merten

 

China Teereise - Dienstag 06.05.2014

Leider ist das Wetter heute morgen nicht so gut, dicke Wolken hängen am Himmel und es sieht so aus als wenn es heute öfter mal zu einem Regenschauer kommen kann. Heute Nacht sind schwere Gewitter gewesen, dass sogar im Hotel mal kurz der Strom weg war.
Nachdem wir erst um 9:00 Uhr abgeholt werden, kann der Tag langsamer beginnen. Die Nacht war zwar mal wieder viel zu kurz, aber inzwischen habe ich mich schon daran gewöhnt, dass ich auf den Teereisen ein Schlaf-defizit aufbaue. Ein Reise-blog schreiben wäre sonst nicht möglich.
Manchmal denk mir zwar dann, was hast du dir da angetan, wenn ich aber dann den Reisebericht sehe, bin ich froh dass ich es mache.

Nachdem wir gestern in der Fabrik waren und die ganzen Produktionsschritte gelernt haben, fahren wir heute auf die beiden anderen Teeberge.
Die Plantage ist in 3 Bereiche unterteilt.
Dongzhei (ca. 500 mu unter Tee) wo wir gestern waren, Mawei Mountain (1200 mu unter Tee) seit 2008 und Wanzhang Mountain das jüngste Gebiet.

Die Wege sind hier sehr Abenteuerlich warum wir auch nur mit 3 Geländewagen mit Allrad hierauf fahren können. Durch das gestrige Gewitter ist der Untergrund auch teilweise sehr matchig und aufgeweicht.


Hier in den Bergen sehen wir auch die erste Aufzuchtstation für neue Teepflanzen. Hier werden keine Clonels gezogen sondern ausschließlich nur über Samen vermehrt. Noch eine besonderheit, denn normal ist heute eine Vermehrung mit Stecklingen. Die dunklen Netze schützen die noch empflindlichen Teepflanzen vor zuviel Sonne.





Auf dem Weg machen wir halt an einem Staudamm, der zur Bewässerung angelegt wurde. Man ist hierbei der Natur gefolgt, nachdem bei einem Erdbeben der Berg abgerutscht ist und eine natürliche Dammsperre verursachte. Genau an dieser Stelle hat man nun einen stabilen Damm gebaut um für die trockenere Jahreszeit die Pflanzen Bewässern zu können.
Hier wird ein immens großer Aufwand betrieben, die Bewässerung soll so effizient wie möglich sein und keine Wasservoräte verschwenden.



Aus diesem Grund sind am Boden der Buschreihen die Bewässerungsschläuche verlegt, so gelangt das Wasser direkt in den Boden und man verliert keine Resourcen durch Sprühanlagen bei denen ein großer Teil verdunstet.

Wanzhang wurde 2010 angelegt, deshalb sind hier auch die Teeplanzen noch nicht so groß und ertragreich. Der volle Ertrag kann erst in ca. 5 Jahren eingefahren werden, wenn die Büsche ihre ideale Größe erreicht haben.
Das ganze Gebiet ist ca. 1600 mu groß und unter Tee sind ca. 800 mu, (leider komme ich in China nicht auf Google rein, deshalb kann ich keinen Umrechner benutzen).
Wir sind hier auf ungefähr 1700m Höhe.





Auf der Fahrt zum 3. Plantagenteil sind wir an einer großen offenen Halle vorbeigekommen. hier befindet sich der Komposthaufen in großer Dimension der vor allem aus Schafsdung gewonnen wird.



Mawei Mountain (Pferdeschweif), so heißt der 3. Plantagenteil und wurde 2008 angegelegt. Hier sind 1.2oo mu unter Tee wobei die gesamte Fläche 6000 mu beträgt.
Da der Firmengründer und heutige Inhaber mit seinen Söhnen zu der Volksgruppe "Dai" gehört, hatten Sie einige besondere Privilegien und konnten das Land kaufen und somit besitzen, was heute in China nicht mehr möglich ist, da jedes Land dem Staat gehört und nur für eine gewisse Zeit gekauft werden kann.



Auch hier in den Mawei Mountain leben die Familien in einem kleinen angelegten Dorf. Schnell haben sich einige eingefunden als sich herumsprach dass Langnasen da sind.





Einer hatte dann extra für Fotos posiert und wir haben ihm dann als Dankeschön noch ein Lebkuchenherz geschenkt, dass er auch gleich umhängte.
So ist also ein Foto entstanden, mit einem Chinesischen Pflücker mit einem Lebkuchenherz auf dem steht "Gruß aus München". :-)

Zurück in Pu'er haben uns die Autos auf dem Parkplatz verblüfft ! Lauter Deutsche Automarken und nicht die kleinen sondern die richtig großen Modelle sieht man hier mehr als in Deutschland.

Am Abend ist natürlich noch ein letztes Abendessen angesagt und wir sind anschließend noch eingeladen mit einem der Söhne, Herrn "Dong", seiner Frau, Herr Young (Übersetzer) und noch 2 Freunde von ihm in eine urige Kneipe zum Abschied zu gehen. Hier haben wir viel Spaß beim Kartenspielen gehabt, eigentlich ist das Kartenspiel ein Vorwand um zu trinken, denn das Spiel ist so ausgelegt, dass man fast immer ein Glas ex austrinken muss, wir waren sehr froh dass wir mit Bier gespielt haben und nicht mit Reisschnaps. So ist es uns eigentlich noch ganz gut ergangen.



Für die Chinesen ist so ein Abend ganz wichtig mit Ihren Geschäftspartner. Nach der Kneipe war dann noch Karaoke angesagt, so dass wir erst um 2:00 Uhr im Hotel zurückwaren.
Deshalb ist dieser Tag auch mit Verspätung online.

Mittwoch 07.05.2014
Dieser Tag ist ein reiner Flugtag.



Wir fliegen um 13:00 Uhr von Pu'er nach Kunming, müssen dort unser Gepäck holen, wieder einchecken und natürlich jetzt offiziell das Land verlassen, da wir von hier nach Thailand, nach Chai Mai fliegen.
Doch auch in Chai Mai müssen wir wieder unser Gepäck holen und wieder am Schalter einchecken, da wir dort ja offiziell in Thailand einreisen, bevor wir dann etwas gestresst denn für diese ganze Aktion hatten wir nur 50min zur Verfügung, weitergeflogen sind nach Bangkok.



In Bangkok sind wir noch einen Tag und möchten uns dort in Teegeschäften umsehen was es so gibt und etwas Information sammeln für Thailändischen Oolongtee.
Am Abend sind wir noch auf den Nachtmarkt gefahren, ganz neu gebaut und erst seit 2 Jahren fertig.







Und am Freitag geht es dann auch schon wieder zurück nach München, 11 Std. von Bangkok nach Amsterdam und dann nochmal weiter nach München wo ich dann gegen 23:00 Uhr ankomme.
Aber am Samstag bin ich dann schon im Laden und kann Sie dort begrüßen.
Ich verabschiede mich von Ihnen und einer kurzen aber sehr intensiven Reise, bedanke mich noch bei Ralf Janecki und Andreas Brehm mit denen ich die Reise unternommen habe und über die auch die ganze Organisation lief.

In 1 Woche geht es dann aber schon wieder auf die nächste Reise nach Japan.
Frau Maximiliane Regner und Herr Frank Wiebach, beides Mitarbeiter im Laden werden mich begleiten und diesmal den Reiseblog aus Ihrer Sicht schreiben.
Freuen Sie sich schon darauf.

Gute Nacht und bis zur nächsten Reise
Ihr Teafreak Werner Merten


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